Merkel zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt

    14. März 2018, 13:53
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    Sechs Monate nach der Bundestagswahl tritt die CDU-Vorsitzende erneut an die Spitze der deutschen Regierung

    Berlin – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Mittwoch für eine vierte Amtszeit wiedergewählt worden. Bei der Abstimmung im Bundestag in Berlin erhielt Merkel 364 Stimmen. Ihre große Koalition aus Christ- und Sozialdemokraten verfügt zusammen über 399 der 709 Sitze im deutschen Parlament.

    Nach ihrer Wahl im Bundestag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die CDU-Vorsitzende Angela Merkel am Mittwoch zur deutschen Bundeskanzlerin ernannt. "Herzlichen Glückwunsch, Frau Bundeskanzlerin", sagte er und wünschte Merkel "alles Gute".

    171 Tage nach der Bundestagswahl ist damit die neue Regierung im Amt. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vereidigte am Mittwoch nach Merkel auch die 15 neuen Minister des Kabinetts. Damit endet die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. Es ist Merkels vierte Amtszeit.

    Kabinettssitzung

    Für 17 Uhr ist dann die erste Kabinettssitzung der neuen Regierung vorgesehen.

    "Darauf haben viele Menschen lange gewartet", sagte der designierte Wirtschaftsminister und scheidende Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) am Rande der Abstimmung im ZDF. "Ich glaube, dass es heute auch einen Grund gibt zur Erleichterung und auch ein bisschen zur Freude."

    "Wir hatten einen langen Weg, wir hatten viele Umwege", sagte SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles. Union und SPD hätten nun aber "viele gute Projekte für die nächsten vier Jahre verabredet".

    Der neue deutsche Außenminister Heiko Maas soll bereits am Nachmittag das Auswärtige Amt von Sigmar Gabriel (beide SPD) übernehmen. Im Anschluss will Maas in seiner neuen Funktion bereits nach Paris reisen, um Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian zu treffen. In Pariser Diplomatenkreisen hieß es, dass am Freitag Merkel und der neue Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zum Antrittsbesuch in der französischen Hauptstadt erwartet werden. (APA, 14.3.2018)

    Die Wahlen von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin

    22. November 2005: Bei ihrer ersten Kanzlerwahl erhält Merkel 397 Stimmen. Sie bekommt damit 51 Stimmen weniger, als ihr die große Koalition aus CDU, CSU und SPD theoretisch hätte geben können. Rechnerisch hat ihr jeder neunte Abgeordnete aus den eigenen Reihen die Stimme verwehrt.

    28. Oktober 2009: Keine Koalition hat bisher eindeutiger für Merkel votiert als die schwarz-gelbe: 323 Abgeordnete stimmen damals für Merkel. 332 wären rechnerisch möglich gewesen, hätte die gesamte Regierungskoalition ein Ja abgegeben. Die nötige Kanzlermehrheit – 312 Stimmen – wurde allerdings um nur elf Stimmen übertroffen.

    17. Dezember 2013: 462 Ja-Stimmen für Merkel bedeuten 42 weniger, als allein mit den Abgeordneten von CDU, CSU und SPD möglich gewesen wäre. Die große Koalition von 2013 stimmte also geschlossener für Merkel als ihre Vorgängerin von 2005.



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