Verbund-Gewinn nach Einmaleffekten gesunken

14. März 2018, 08:35
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Die thermischer Erzeugung stieg deutlich an. Wertminderungen schmälerten den Jahresgewinn. Die Dividende wird angehoben

Wien – Der Verbund hat im Vorjahr mehr Strom erzeugt. Einer leicht rückläufigen Produktion aus Wasserkraft standen dabei ein kräftiger Zuwachs der thermischen Erzeugung im Gaskraftwerk Mellach sowie ein Plus bei der Windkraft gegenüber, geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Grund für die höhere Wärmekrafterzeugung war der verstärkte Kraftwerkseinsatz für das Engpassmanagement zur Stromnetz-Stabilisierung.

Der Umsatz des zu 51 Prozent staatlichen Verbund legte im Vorjahr um 4,2 Prozent auf 2,913 Milliarden. Euro zu.

Eine gute operative Ergebnisentwicklung und eine erfolgreiche Entschuldung schafften die Basis für eine höhere Dividende, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Vorgeschlagen wird eine Anhebung der Dividende auf 0,42 Euro je Aktie, nach 0,29 Euro je Aktie 2016.

Erneute Zuwächse gab es bei den Privatkunden. Die Zahl der Strom- und Gaskunden im Bereich Haushalte, Landwirtschaft und Gewerbe stieg um 55.000 auf 447.000.

Mehr Windkraft

Die Eigenerzeugung erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 32.866 Gigawattstunden (GWh). Dabei ging die Erzeugung aus Wasserkraft um 0,4 Prozent auf rund 29.700 GWh zurück. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,99 Prozent um 1 Prozent unter dem Vergleichswert 2016 und unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Stromproduktion aus Windkraft legte um 14 Prozent auf 952 GWh zu.

Bei der Wärmekrafterzeugung gab es einen deutlichen Zuwachs um 64,8 Prozent auf 2.227 GWh. Dabei stieg die Erzeugung Gas-Kombikraftwerk Mellach in der Steiermark – bedingt durch den im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Einsatz für das Engpassmanagement – um 130 Prozent 1.465 GWh. Im Steinkohlekraftwerk Mellach, das vor der Schließung steht, stieg die Produktion um 7,2 Prozent auf 761 GWh Strom. Die Fernwärmeerzeugung stieg um 3,7 Prozent auf 943 GWh.

Den Stromabsatz erhöhte der Verbund um 6,0 Prozent auf mehr als 58.500 GWh. Die durchschnittlich erzielten Absatzpreise im Bereich der Eigenerzeugung lagen im Vorjahr mit 30,4 Euro pro Megawattstunde (MWh) etwas unter dem Wert von 2016 mit 31,0 Euro/MWh.

Der durchschnittliche betriebswirtschaftliche Personalstand des Verbund betrug 2.819, nach 2.923 Mitarbeitern. Die Nettoverschuldung sank von 3,2 auf 2,8 Milliarden Euro, der Nettoverschuldungsgrad von 58,3 auf 50,0 Prozent.

Wertminderungen

Das berichtete Konzernergebnis sank um 29 Prozent auf 301,4 Millionen Euro. Effekte auf den Gewinn hatten Wertminderungen 2017 von 259,1 Millionen Euro (2016: 90,8 Millionen Euro). Größter Faktor war die Wertminderung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Inn (153,8 Millionen Euro), der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke (57,7 Millionen Euro), der Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach (21,4 Millionen Euro) und des Fernheizkraftwerks Mellach (10,5 Millionen Euro).

Im Geschäftsjahr 2016 hatte es Wertminderungen im Wesentlichen bei Windparks in Rumänien, den Laufwasserkraftwerken Gössendorf und Kalsdorf sowie beim Gas-Kombikraftwerk Mellach gegeben, das 2017 aber wieder aufgewertet wurde. " Die Wertaufholungen in Höhe von 78,2 Millionen Euro (2016: 1,0 Millionen Euro) resultierten zur Gänze aus der Wertaufholung des Gas-Kombikraftwerks Mellach", heißt es im Geschäftsbericht. (APA, 14.3.2017)

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