Bewerbung: Was Recruiter immer freut

    Gastkommentar14. März 2018, 12:00
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    Die standardisierte ideale Bewerbung gibt es nicht, sagt Martina Mader – ein paar Tipps hat die Personalchefin der Ottakringer AG dennoch parat

    Die standardisierte ideale Bewerbung? Gibt es sie in Zeiten der Agilität, Digitalisierung, des Arbeitnehmer-Markts überhaupt noch? Ich behaupte nein, denn nicht nur jede Stelle und jedes Unternehmen ist anders, auch die Erwartungen des Gegenübers unterscheiden sich oft. Dennoch: Ein paar Grundprinzipien freuen die Recruiter fast immer:

    • Gibt es einen Bewerberprozess? Viele Unternehmen haben automatisierte Formulare auf der Webseite, oder bereits eine "one-klick"-Bewerbung: Lebenslauf hochladen, Xing- oder LinkedIn-Profil vernetzen – und schon ist man dabei. Das spart Zeit für beide Seiten. Wenn ein Lebenslauf gefordert ist, ist es üblich, immer mit der aktuellsten beruflichen Station zu beginnen. Hier bewährt es sich, seine Erfahrungen mit den gewünschten Qualifikationen des Inserats hervor zu heben.
    • Keine Angst vor Lücken im Lebenslauf, sie sind längst kein No-go mehr, gegebenenfalls kurz erklären, das bringt Klarheit von Beginn an.
    • Keine Sorge, wenn nicht alle im Inserat gewünschten Punkte erfüllt werden, das in vielen Fällen definierte "Wunschbild" ist nicht so wichtig, wenn Sie mit Ihrer Lernbereitschaft und Offenheit für Neues überzeugen können.
    • Die Initiativbewerbung: oft unterschätzt – wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt – zum Beispiel zu Beginn des Jahres, wenn neue Stellen genehmigt wurden – ist man schneller, als das Inserat geschalten wurde. Das kommt durchaus gut an.

    Es geht vorwiegend darum, dass es für beide Seiten passt, somit ist Authentizität immer ein gutes Rezept. Zeigen Sie Interesse im Gespräch und stellen Sie Fragen: Wie sieht das Team aus? Welche Pläne hat das Unternehmen für die nächsten Jahre? Und welche der/die AbteilungsleiterIn für den eigenen Bereich? Wie ist die Unternehmenskultur? Worauf legen das Team und die Führungskraft wert? Was sind die Erwartungen? Und passen sie mit den Ihren zusammen?

    Sehr spannend, wenn der Bewerber das Gespräch umdreht – so wurde ich beispielsweise schon gefragt: Ich habe im Internet gesehen, dass Sie schon in unterschiedlichen Branchen gearbeitet haben. Wie ist es Ihnen bei diesem Change gegangen, als Sie hier begonnen haben? Oder: Warum arbeiten Sie hier eigentlich und was schätzen Sie an Ihrem Job? Schlaue Fragen, um mehr über die Kultur des Unternehmens zu erfahren und die jedenfalls eine gute Vorbereitung auf das Gespräch zeigen. (Martina Mader, 14.3.2018)

    Martina Mader ist seit 2014 Konzernpersonalleiterin der Ottakringer Getränke AG. Sie verfügt über Führungserfahrung in mehreren Positionen und Branchen und beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit HR-Themen.

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      Die Initiativbewerbung: oft unterschätzt – wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt – zum Beispiel zu Beginn des Jahres, wenn neue Stellen genehmigt wurden.

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