Marktaufsicht nimmt ProSiebenSat1-Kritiker Viceroy ins Visier

12. März 2018, 14:45
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Verkaufsempfehlung war illegal, Bafin war nicht über Tätigkeit als Analysehaus informiert

München – Die Attacke des Analysehauses Viceroy Research gegen ProSiebenSat1 war nach Darstellung der deutschen Finanzmarkaufsicht Bafin illegal. Eine am 6. März von Viceroy veröffentlichte Verkaufsempfehlung für Aktien des deutschen Fernsehkonzerns habe gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen, teilte die Bafin am Montag mit.

Denn das Unternehmen habe die Bafin nicht über seine Tätigkeit als Analysehaus informiert. Zudem enthalte die Internetseite von Viceroy kein Impressum, so dass der Sitz des Analysehauses unbekannt sei.

In einem 37-seitigen Papier hatte Viceroy ProSiebenSat1 eine fragwürdige Bilanzierung vorgeworfen. Zugleich hatte Viceroy mit Leerverkäufen auf einen Kursverfall der Aktie gewettet. Sie stürzte am Tag der Veröffentlichung um bis zu acht Prozent ab. ProSiebenSat1 hatte die Kritik zurückgewiesen und die Prüfung juristischer Schritte angekündigt. Die Vorwürfe und die Schlüsse, die Viceroy daraus ziehe, seien unbegründet und falsch. (Reuters, APA, 12.3.2018)

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