Absurde Gadgets: Smarte Mausefalle meldet Totschlag

    12. März 2018, 12:07
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    Sensor soll Kontrollgänge ersparen – Umsetzen und Nutzen allerdings zweifelhaft

    Die Waschmaschine ist fertig, das Handy vibriert. Der Staubsaugerroboter verlangt nach Entleerung, das Handy vibriert. Die Katze schmeißt die Überwachungskamera vom Regal, das Handy vibriert. Das "Internet der Dinge" ist in seiner Findungsphase. Was bislang nicht vernetzt war, wird nun ans heimische WLAN angeschlossen und nimmt von dort aus Kontakt mit dem Handy auf. Die Folge: Es gibt für aller möglichen und unmöglichen Bedarfsfälle eine eigene App.

    Auch der Heimtechnikbereich der Ungezieferbekämpfung bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Wer sich mit einer Mäuseplage herumschlägt, darf künftig auch die Fallen für die unerwünschten Nager "smarter" machen. Ein Unternehmen namens Wakefield Technologies sammelt auf der Crowdfundingplattform Kickstarter Geld für die Umsetung des "Wireless Mouse Trap Monitor".

    foto: wakefield technologies

    Benachrichtigung statt Kontrollgang

    Das Konzept dahinter ist recht simpel. Ein im Käse-Look gehaltener Sensor wird an die Falle angelehnt und überwacht diese mit einem "Sensorfenster". Schnappt die Falle zu, registriert die Apparatur ist und übermittelt eine E-Mail, App-Benachrichtigung oder beides an den Nutzer.

    Sinn und Zweck des "Trap Monitors" ist es, Kontrollgänge überflüssig zu machen. Der Sensor wird mittels USB-Kabel aufgeladen und soll mit vollem Akku bis zu drei Monate lang arbeiten.

    foto: wakefield technologies

    Sinnhaftigkeit steht in Zweifel

    Es gibt allerdings Zweifel am Funktionsprinzip, nachzulesen etwa bei The Verge. Dort vermutet man, dass das Gadget die Maus potenziell vom Köder ablenken könnte. Ein weiterer beachtenswerter Aspekt ist der Preis, denn für einen Fallenüberwacher werden 25 Dollar (exklusive Porto) fällig. Wer mehrere Fallen auf einmal überwachen möchte, muss bereits einen beachtlichen Betrag investieren.

    Hinzu kommen die üblichen Risiken bei Crowdfunding. Es ist durchaus möglich – und bei Hardware-Produkten auch schon öfters passiert – dass sich die Umsetzung verzögert oder das Projekt scheitert. Im schlimmsten Fall ist das investierte Geld dahin. Allerdings stehen die Chancen darauf, dass das Finanzierungsziel von 15.000 Dollar erreicht, ohnehin schlecht. Dem vor wenigen Tagen gestarteten Projekt wurden bisher rund 150 Dollar zugesagt, die Kampagne läuft noch 25 Tage lang. (red, 12.03.2018)

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