Bündnis soll deutsches Glasfaser-Internet vorantreiben

    11. März 2018, 16:21
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    Von Fonds gespeist

    Der Internet-Milliardär Ralph Dommermuth will mit einem Bündnis den Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Internets in Deutschland beschleunigen. "Um jetzt schneller vorwärtszukommen, schlagen wir einen Gigabit-Ausbaufonds vor, für ein nationales Netz-Bündnis", sagte der Chef des Internet- und Mobilfunkanbieters United Internet der "Welt am Sonntag".

    Derzeit gebe es in Deutschland erst rund zwei Millionen Glasfaser-Hausanschlüsse. Die Netzgesellschaft solle den Glasfaserausbau bis in die Häuser übernehmen und anschließend die Anschlüsse allen Anbietern zur Verfügung stellen. "Jede Telekommunikationsgesellschaft, die sich an diesem Bündnis beteiligen möchte, würde entsprechend ihrem heutigen Marktanteil Kapital in die Gesellschaft einzahlen." Entscheidend sei, dass die Deutsche Telekom mitmache, da sie die meisten Kunden und größten Planungskapazitäten habe. "Ohne die Telekom funktioniert die Netzgesellschaft nicht."

    Flächendeckende Ausbau

    Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD auf den flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen bis 2025 geeinigt. Die notwendigen öffentlichen Mittel werden in dieser Legislaturperiode auf zehn bis zwölf Milliarden Euro geschätzt, die aus einem Gigabit-Fonds kommen sollen, der wiederum mit den Erlösen aus den UMTS- und 5G-Auktion gespeist wird. Dommermuth schätzt die Kosten für einen flächendeckenden Glasfaserausbau auf 80 Milliarden Euro. Für den Fonds kalkuliert er mit einem Volumen von rund 30 Milliarden Euro: Zehn Milliarden von den Unternehmen, zehn Milliarden aus Fördermitteln und zehn Milliarden an Krediten, die diese Netzgesellschaft dann aufnehmen würde. United Internet würde dann gemäß seines Breitband-Marktanteils 1,4 Milliarden Euro beisteuern, sagte der Manager. (APA, 11.3.2018)

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