London: "Identitäre" klagen über Einreiseverbot für Sprecher Sellner

    10. März 2018, 22:13
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    Britische Behörden fürchten laut Medienberichten "Aufstachelung zum Rassenhass"

    Wien/London – Der Sprecher der rechtsextremen "Identitären Bewegung" in Österreich, Martin Sellner, ist offenbar am Freitag am Londoner Flughafen Luton angehalten und an der Einreise gehindert worden. Sellner, der am Sonntag im Londoner Hyde Park eine Rede halten wollte, werde derzeit "festgehalten", hieß es am Samstagabend auf der Facebook-Seite der "Identitären Bewegung Österreich".

    Der offizielle Grund für die Anhaltung des Sprechers der "Identitären Bewegung" Österreichs, Martin Sellner, wird laut Außenministerium in Wien schriftlich durch die britischen Behörden mitgeteilt. Thomas Schnöll, Sprecher des Außenamtes, bestätigte den Vorfall und teilte mit, dass die österreichische Botschaft diesbezüglich in Kontakt mit der britischen Grenzpolizei stehe. Im Laufe des Sonntags soll Sellner nach Österreich zurückkehren.

    Laut "Kurier" wollte Sellner zum Thema "Meinungsfreiheit in der modernen Welt" am Speaker's Corner in der britischen Hauptstadt sprechen. Nach Ansicht der britischen Behörden bestehe der Verdacht, dass Sellner dort zum "Rassenhass aufstacheln" wolle, wie eine der Identitären Bewegung nahestehende Webseite berichtete. "Man habe vernommen, dass er im Hyde Park über ein Ende von Masseneinwanderung und Islamisierung sprechen wolle", hieß es weiter.

    Konferenz abgesagt

    Nach Angaben des "Evening Standard" vom Freitag wollte Sellner am Samstag ursprünglich bei einer "Meinungsfreiheits-Konferenz" der Parteijugend der rechten "UK Independence Party"sprechen. Diese Konferenz war aber aus Sicherheitsgründen abgesagt worden, weshalb Sellner am Speaker's Corner auftreten wollte. Die Zeitung fragte im Vorfeld der Reise einen Innenministeriums-Sprecher, ob Sellner die Einreise verweigert werden könne. Der Sprecher sagte, dass man Einzelfälle nicht kommentiere, fügte aber hinzu, dass das Innenministerium einem "Bürger des Europäischen Wirtschaftsgebietes" die Einreise verweigern könne, wenn ernsthafte Sicherheitsbedenken vorlägen.

    Identitäre empört

    . Der Co-Leiter des Österreich-Ablegers der "Identitären" reagierte empört auf seine Festsetzung: "Dass das Vereinigte Königreich den Einwanderern seine Grenzen öffnet, aber gleichzeitig kritische Meinungen aussperren will, hilft nur dem Wachstum der schweigenden Mehrheit, die mit dieser Politik der Regierung nicht übereinstimmt", sagte er.

    Sellners Rede soll morgen von anderen Aktivisten verlesen werden, der 29-Jährige selbst will aber schon im April wieder nach London reisen, um an einer Europa-Konferenz der "Identitären" teilzunehmen, so der "Kurier".

    Vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) werden die "Identitären" als rechtsextrem eingestuft. Im vergangenen Jahr sorgte die Gruppierung mit einer flüchtlingsfeindlichen Aktion im Mittelmeer, die über mehrere Monate lief und während derer einige der Aktivisten kurzzeitig festgenommen wurden, für Wirbel und heftige Kritik. Sellner zählte zu den Mitorganisatoren und befand sich auch an Bord des angemieteten Bootes "C-Star". (red, APA, 10.3.2018)

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