Zwei ARD-Journalisten an griechisch-türkischer Grenze festgenommen

    10. März 2018, 08:33
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    Reporter recherchierten zu Flüchtlingsroute – Festnahme wegen Betretens einer Sperrzone – NDR: "Aus Versehen" – Schnellverfahren vor Gericht eingeleitet

    Athen/Ankara – Zwei deutsche Journalisten sind am Freitag nach Angaben der griechischen Behörden im Grenzgebiet zur Türkei festgenommen worden. Die beiden ARD-Reporter seien wegen Betretens einer Sperrzone in Gewahrsam, teilte die Polizei mit. Sie sollen am Samstag von der Staatsanwaltschaft vernommen werden.

    Wenige Stunden nach ihrer Festnahme landeten die beiden Reporter schon vor Gericht. Dies berichtete am Samstag der staatliche griechische Rundfunk (ERT) aus der Grenzstadt Orestiada.

    Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Berichten um einen 31-jährigen Mann und seine 33 Jahre alte Kollegin. Sie wollten nach Polizeiangaben über eine Flüchtlingsroute in dem Grenzgebiet berichten. Normalerweise werden Journalisten in vergleichbaren Fällen schnell wieder auf freien Fuß gesetzt.

    "Aus Versehen" im Sperrgebiet

    Nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks (NDR) haben die beiden Reporter "aus Versehen" militärisches Sperrgebiet betreten. Sie waren für das Magazin "Panorama" im Grenzgebiet zwischen Griechenland und der Türkei unterwegs und recherchierten zur Situation von Flüchtlingen, wie der NDR am Samstag mitteilte.

    Nahe der Stadt Didyomteicho am Fluss Evros waren sie festgenommen worden. Sie würden derzeit bei der Staatsanwaltschaft in Orestiada angehört. Ihnen werde allein das unbefugte Betreten eines Sperrgebiets vorgeworfen. Die beiden Journalisten seien nach Auskunft ihres Anwalts wohlauf.

    Nach Informationen der deutschen Botschaft in Athen und Behörden vor Ort kommt es häufiger zu diesen Zwischenfällen, wie der NDR erklärte. Offenbar sei das Sperrgebiet nicht umzäunt und ausreichend beschildert, so dass sich selbst Einheimische dort verliefen. Trotzdem komme es standardmäßig zu einem Verfahren, wenn Personen im Sperrgebiet aufgegriffen werden.

    Grenzfluss nach Griechenland

    Flüchtlinge versuchen seit Jahren über den Grenzfluss Evros nach Griechenland zu gelangen, um von dort weiter nach Mittel- und Nordeuropa zu reisen. Zahlreiche Menschen kamen dabei ums Leben. Seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei im März 2016 ging die Zahl der Grenzübertritte in dem Gebiet jedoch deutlich zurück.

    Zuletzt wurde griechischen Sicherheitskräften vorgeworfen, Flüchtlinge illegalerweise auf türkisches Staatsgebiet zurückzudrängen. Die Regierung in Athen dementierte entsprechende Berichte.

    In der Türkei wurden in der vergangenen Woche zwei griechische Soldaten festgenommen, die bei einer Patrouille nördlich des Evros auf türkisches Gebiet geraten waren. Ihnen wird wegen des "Eindringens in eine militärische Sperrzone" der Prozess gemacht. Die beiden Soldaten gaben an, sie hätten wegen der schlechten Wetterbedingungen die Orientierung verloren. (APA, AFP, 10.3.2018)

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