Wissenschafter klären, was Tätowierungen so langlebig macht

9. März 2018, 17:39
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Französische Forscher verwerfen bisherige Annahmen und machen neue Vorschläge zur besseren Entfernung

foto: ap/owen humphreys

Marseille – Wer sich ein Tattoo stechen lässt, trägt das meist das gesamte weitere Leben. Woran das liegt, haben Forscher um Anna Baranska (Uni Aix-Marseille) im "Journal of Experimental Medicine" geklärt. Zugleich räumt das Medizinerteam auch mit einer irrigen Annahme auf.

Bisher ging man nämlich zumeist davon aus, dass die Pigmente in den Fibroblastenzellen, die in der Dermis der Haut gelegen sind, für Farbe sorgen. Wie die neuen Experimente mit Mäusen zeigen, lagert sich die Farbe aber ganz wo anders an: nämlich im Inneren von Makrophagen, den Fresszellen des Immunsystems.

Konkret werden durch die beim Tätowieren entstehenden Verletzungen diese Zellen alarmiert und nehmen die fremden Partikel auf – ähnlich, wie sie es auch mit Krankheitserregern machen würden.

Ewiger Kreislauf der Weitergabe

Sterben diese eingefärbten Immunzellen, geht mit ihnen keineswegs auch die Farbe verloren, berichten die Forscher: Denn die Zellen geben die Pigmente zwar frei. Sie werden aber schon kurz darauf wieder von neuen Zellen aufgenommen. Dieser Prozess wiederholt sich immer wieder aufs Neue – und macht die Tattoos für die Ewigkeit.

foto: anna baranska et al. (2018)
So inkorporieren die Makrophagen die freigesetzten Pigmente.

Entfernen kann man Tattoos heute bloß mit Laser. Doch auch das funktioniert nicht in jedem Fall effizient. Dabei zerstört das fokussierte Licht Zellen in der Haut und setzt eingeschlossene Pigmente frei. Diese Farbpartikel werden dann mit der Lymphe weggeschwemmt.

Die Forscher denken, dass sich mit dem neuen Wissen die Tattoo-Entfernung verbessern lässt, indem man die Makrophagen möglichst von der betroffenen Region entfernt. Das sollte den Abtransport der Pigmente mittels Lymphflüssigkeit erleichtern. (tasch, 9.3.2018)

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