Erstmals beobachtet: Fische kooperieren für Schutz und Nahrungssicherung

10. März 2018, 09:00
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Schweizer Forscher stellen Teamwork bei höhlenbewohnenden Buntbarschen fest

foto: hirokazu tanaka, universität bern
In der WG lebt sich's besser als allein: Helferfische von Neolamprologus obscurus bei ihrem Nest.

Bern – Buntbarsche der Spezies Neolamprologus obscurus beschaffen sich durch Teamwork mehr Nahrung und verbessern ihren Schutz vor Feinden: Das haben Forscher des Instituts für Ökologie und Evolution der Universität Bern entdeckt. Es ist das erste Mal, dass bei Fischen ein solches kooperatives Verhalten beschrieben wurde.

Der kleine Buntbarsch kommt nur im Tanganjika-See in Sambia vor. Sein Revier besteht aus miteinander verbundenen Höhlen unter Steinen, die er selten verlässt. Im Gegensatz zu vielen anderen Fischarten lebt der Buntbarsch in sozialen Gruppen, die aus einem brütenden Paar und bis zu zehn kleineren Helfern bestehen.

In den Höhlen sind die Fische vor Räubern geschützt, zugleich dienen die Wohn-und Schutzräume der Nahrungsbeschaffung: In den Höhlen sammeln sich nämlich Garnelen und andere wirbellose Tiere – die Hauptnahrungsquelle dieser Buntbarschart. Die Forscher stellten fest, dass die Größe der Hohlräume sich positiv auf die Anzahl Garnelen auswirkt. Je mehr Helferfische anwesend waren, desto mehr Garnelen konnten in den Höhlen gefangen werden.

Notwendige Instandhaltungsarbeiten

Die Mitglieder einer Gruppe verteidigen das Revier gegen Eindringlinge und pflegen die Nachkommen. Außerdem entfernen sie den Sand, der immer wieder in die Höhlen rieselt. So verhindern die Fische, dass ihr Versteck verschwindet.

Um den Effekt der Kooperation zu testen, haben die Forscher den Fischen ins Handwerk gepfuscht: Zunächst haben sie künstliche Hohlräume im Tanganjika-See geschaffen, dann aber perfiderweise die Helferfische entfernt. Das Ergebnis: Innerhalb einer Woche fiel soviel Sand in die Höhlen, dass sie sich deutlich verkleinerten – mit sämtlichen negativen Folgen auf Schutzwirkung und Nahrungsmenge. (APA, red, 10. 3. 2018)

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