Stadt Wien verschärft das Wettengesetz erneut

    9. März 2018, 13:03
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    Hohe Einsätze und Gewinne müssen registriert werden. Strenge Vorschriften gelten auch für Lokale ohne direktes Wettangebot

    Wien – Wien hat 2016 das Wettengesetz massiv verschärft – und nimmt nun weitere Einschränkungen vor. Beim ersten Schritt wurden die Strafen erhöht, der Jugendschutz verstärkt und Livewetten eingeschränkt. Inzwischen kann etwa nur mehr auf End- und Zwischenergebnisse gesetzt werden. Nun werden die Auflagen ausgeweitet und mögliche Umgehungskonzepte ins Visier genommen.

    Bei Wetteinsätzen ab 1.000 Euro und Gewinnen ab 2.000 Euro sind künftig die Identität der Person sowie Höhe von Einsatz und Gewinn im Wettbuch festzuhalten. Außerdem müssen die Unternehmen Kontrollen durchführen, um etwa das Risiko von Geldwäsche und Terrorfinanzierung zu verringern. Künftig müssen zudem Lokale, die aussehen wie ein Wettbüro oder Wettlokal, ebenfalls bewilligt werden – auch wenn dort nicht gezockt werden kann.

    Das sei notwendig, da Wettbüros vermehrt dazu übergegangen seien, nur mehr die Übertragung von Sportveranstaltungen, jedoch nicht den Abschluss von Wetten anzubieten, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Geliefert werde sozusagen nur das Ambiente. Der Abschluss der Wetten erfolgt online – etwa über das private Smartphone des Spielers.

    Biometrisches Kontrollsystem bei Verstößen

    Die erstmalige Bewilligung als Wettunternehmer – also Buchmacher oder Vermittler – wird außerdem auf drei Jahre begrenzt. Bei Verstoß gegen die Zutrittskontrollen kann für jedes Wettlokal künftig ein biometrisches Kontrollsystem verlangt werden.

    Am 23. März soll die Novelle im Landtag beschlossen werden. "Wir gehen unseren erfolgreichen Weg im Kampf gegen illegale Wetten konsequent weiter, um den Jugend- und Spielerschutz in der Stadt noch weiter zu erhöhen", sagte Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Auch der grüne Klubobmann David Ellensohn zeigte sich überzeugt, dass die neuerliche Verschärfung einen weiteren Beitrag leisten werde.

    Laut Rathaus kam es nach dem Verbot des kleinen Glücksspiels 2015 zu einer Verlagerung hin zu den Wetten. Illegale Wettlokale seien wie "Schwammerl aus dem Boden" geschossen. Betrieben ohne Genehmigung wurde daraufhin der Kampf angesagt. Bisher wurden zumindest 466 illegale Wettautomaten und mehrere tausend Euro Bargeld beschlagnahmt sowie 26 illegale Lokale geschlossen. (red, APA, 9.3.2018)

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