Erstmals "Todeswelle" im menschlichen Gehirn beobachtet

    Ansichtssache11. März 2018, 19:51
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    foto: oregon state university

    Erstmals "Todeswelle" im menschlichen Gehirn gemessen

    Was sich kurz nach dem Tod im Gehirn abspielt, ist in vielen Details noch ungeklärt. Nur in Tierversuchen konnte bisher nachgewiesen werden, dass Sauerstoffmangel, etwa verursacht durch einen Herzstillstand, der den Blutfluss stoppt, binnen etwa zehn Minuten im Großhirn enorme Schäden verursachen kann, die sich einer Welle gleich durch das Gewebe fortsetzen. Nun aber ist es einem Team um Jens Dreier von der Charité – Universitätsmedizin Berlin erstmals gelungen, diese "Todeswelle" im Gehirn eines Menschen anhand der zerebralen elektrischen Aktivität nachzuweisen.

    Wie die Wissenschafter in den "Annals of Neurology" schreiben, setzt sich der Hirntod aus einer Reihe aufeinander folgender Ereignisse zusammen: Innerhalb von 20 bis 40 Sekunden stellt das Hirn demnach in einer Art Energiesparmodus seine elektrische Aktivität ein, die Kommunikation der Nervenzellen stoppt dabei vollständig. Minuten später, wenn die Energiereserven aufgebraucht sind, bricht das energiebedürftige Ionen- und Spannungsgefälle zwischen dem Inneren der Nervenzellen und ihrer Umgebung zusammen. Dies passiert in Form einer massiven elektrochemischen Entladungswelle, die als Spreading Depolarization oder auch bildhaft als Tsunami bezeichnet wird, wie die Forscher berichten.

    Diese Welle zieht durch die Hirnrinde und andere Hirnstrukturen und stößt dabei Schadenskaskaden an, die die Nervenzellen allmählich vergiften. Wichtig sei, dass die Welle bis zu einem bestimmten Zeitpunkt reversibel sei und sich die Nervenzellen vollständig erholen können, wenn die Durchblutung rechtzeitig wieder einsetzt. "Damit konnten wir nachweisen, dass die terminale Spreading Depolarization bei Mensch und Tier vergleichbar ist", sagt Dreier. Die aktuellen Erkenntnisse könnten nach Angaben der Forscher neue Behandlungsstrategien bei Herzkreislaufstillstand und Schlaganfall liefern.

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    Zoowelt

    Ein rauchender Menschenaffe sorgte in der vergangenen Woche in Indonesien für Proteste unter Tierschützern. Ein Video, das sich schnell im Internet verbreitete, zeigt das 22-jährige Orang-Utan-Männchen Ozon, wie es in seinem Gehege im Zoo von Bandung routiniert an einem Glimmstängel zieht, den ein Besucher in sein Gehege geworfen hatte. Am Mittwoch reagierte die Zooleitung und äußerte ihr Bedauern über den Vorfall. Es sei verboten, den Affen Lebensmittel oder Zigaretten zu geben, sagte ein Zoosprecher. Vor dem Affengehege stehe ein entsprechendes Hinweisschild.

    Es ist nicht das erste Mal, dass ein Affe in einem indonesischen Zoo mit einer Zigarette erwischt wurde. 2002 wurde ein Orang-Utan-Weibchen sogar nikotinsüchtig, weil es jahrelang in den Käfig geworfene Zigaretten rauchte. Die Affendame musste schließlich auf Entzug gesetzt werden. Indonesische Tierschützer verurteilten das achtlose Verhalten des Zoobesuchers in Bandung, der seine brennende Zigarette gezielt dem Tier zuzuwerfen schien. (tberg, red, 11.3.2018)

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