Hali/Svoboda-Büromöbeldeal wegen BWB-Bedenken auf der Kippe

8. März 2018, 16:09
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Grossnigg: Wenn Fall vor Kartellgericht kommt, steigen wir aus. Weiteres Treffen der Beteiligten am Freitag, am Montag läuft Prüffrist aus

Wien/Waidhofen a.d. Ybbs – Der geplante Kauf der Büromöbelhersteller Hali und Svoboda durch den Sanierer Erhard Grossnigg und Ex-ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein steht auf der Kippe, denn die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat Bedenken. Da Grossnigg und Bartenstein bereits die Büromöbelfirmen Bene und Neudoerfler besitzen, könnte es zu höheren Preisen kommen. Am Montag wird entschieden.

Bis dahin (12. März) läuft nämlich die Frist, in der die Kartellwächter den Deal prüfen müssen. Bei großem Aufwand kann sie um zwei Wochen verlängert werden.

Laut BWB-Chef Theodor Thanner steht es derzeit 50:50, wie ihn die "Presse" am Donnerstag online zitiert. Morgen, Freitag, findet ein weiteres Treffen der Beteiligten statt, bestätigte ein Sprecher der BWB der APA.

Kartellanwalt skeptisch

Grossnigg machte gegenüber dem "trend" klar, dass er den Deal im Falle einer vertieften Prüfung (Phase-2-Verfahren) abblasen will. "Wenn der Fall vor das Kartellgericht kommt, steigen wir aus", sagte er dem Magazin laut Vorabbericht vom Donnerstag.

Laut "Presse" und "trend" soll der im Justizministerium angesiedelte Kartellanwalt skeptisch sein und bereits angedeutet haben, dass er einen Prüfantrag stellen werde. Die von Grossnigg gemachten Zugeständnisse, dass alle Marken und die Standorte für drei Jahre erhalten bleiben, dürften nicht ausreichen.

BWB-Chef Thanner und sein Team haben in dem Fall bereits viel Aufwand betrieben und 300 Kunden sowie 172 Konkurrenten im In- und Ausland befragt. "Das vorläufige Ergebnis des durchgeführten Markttests zeigt, dass der geplante Zusammenschluss zur Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung und möglicherweise zu höheren Preisen führen könnte", heißt es dem "trend" zufolge aus der BWB. Ein Behördensprecher bestätigte das der APA. Das Ergebnis des Markttests werde am Freitag mit Grossnigg und Co. besprochen.

"Sanierungsfusion"

Für eine Genehmigung wiederum würden laut Thanner folgende zwei Argumente sprechen: Wenn durch die Konzentration der vier Firmen eine Effizienzsteigerung zu erwarten sei bzw. wenn man von einer "Sanierungsfusion" spreche und es zudem keine anderen Käufer gebe, wie er zur "Presse" sagte.

Puncto Markbeherrschung gibt es unterschiedliche Expertenmeinungen. Während der internationale Marktforscher CSIL berechnet hat, dass alle vier Anbieter (Bene, Neudoerfler, Hali und Svoboda) gerade einmal auf einen Marktanteil von 24 Prozent kämen, ging der heimische Marktforscher Kreutzer, Fischer & Partner im Jahr 2016 von knapp 50 Prozent aus. Laut Grossnigg machen die vier Firmen in Österreich weniger als 100 Mio. Euro Umsatz. (APA, 8.3.2018)

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