Gebirgspflanzen enthalten seltenes Mineral

9. März 2018, 11:59
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Die Blätter von Steinbrech sind mit einer Vaterit-reichen Schicht geschützt – Mineral könnte medizinische Bedeutung haben

foto: paul aston
Steinbrech der Spezies Saxifraga sempervivum.

Cambridge – Britische Forscher sind auf ein weiteres natürliches Vorkommen des Minerals Vaterit gestoßen: Sie fanden heraus, dass es eine zentrale Komponente der silbrig-weißen Schutzschicht von Steinbrech-Blättern ausmacht. Steinbrech (Saxifraga) ist eine Gattung von Pflanzen, die auf gemäßigte und kalte Lebensräume spezialisiert sind. Alleine in den Alpen gibt es etwa 40 verschiedene Arten.

Bei Vaterit handelt es sich um eine Variante von Calciumcarbonat. Dieses kann bei gleicher chemischer Zusammensetzung verschiedene Kristallstrukturen ausbilden. Manche davon wie Calcit und Aragonit sind weit verbreitet, Vaterit hingegen ist selten. Gefunden wurde es bislang in so unterschiedlichen Quellen wie Vogeleiern, Meteoriten oder dem Innenohr von Lachsen.

Forscher der Universität Cambridge, die das Vaterit bei Steinbrech-Exemplaren im dortigen Botanischen Garten feststellten, wiesen auf die potenzielle Bedeutung hin: Vaterit könnte unter anderem für medizinische Anwendungen genutzt werden. Vaterit habe eine hohe Aufnahmekapazität. Damit könnten Vaterit-Nanopartikel Wirkstoffe in Zellen transportieren, wo sie sich auflösen und diese Substanzen freisetzen. Die feuchtigkeitsanfälligen Kristalle sind allerdings instabil und schwer herzustellen – umso bedeutender sei die Entdeckung verhältnismäßig großer Vaterit-Mengen an der Oberfläche von Pflanzenblättern. (red, 10. 3. 2018)

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