Justiz ermittelt gegen Ex-"EU-Bauer" Manfred Tisal wegen Verhetzung

    8. März 2018, 14:57
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    Verbalattacken gegen Flüchtlinge via Facebook von Antidiskriminierungsstelle Steiermark angezeigt – Verfahren in Klagenfurt

    Klagenfurt – Gegen den aus dem Villacher Fasching als "EU-Bauer" bekannten Manfred Tisal wird wegen des Verdachts der Verhetzung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestätigte am Donnerstag auf APA-Anfrage einen entsprechenden Bericht der "Kleinen Zeitung". Tisal hatte im vergangenen Herbst Verbalattacken gegen Flüchtlinge auf Facebook veröffentlicht.

    In seinem Posting wetterte er gegen Flüchtlinge "mit Adidasschuhen, Nike-Leiberln und Diesel-Jeans mit Smartphones", die diesen gratis zur Verfügung gestellt würden und bezeichnete sie als "politisch legitimierte Sozialschmarotzer". Die Aufregung war groß, der ORF beendete die Zusammenarbeit mit Tisal, beim Villacher Fasching hatte er schon zuvor aufgehört. Von den Freiheitlichen wurde er hingegen für zahlreiche Veranstaltung im zu Ende gegangenen Landtagswahlkampf engagiert.

    Bei Verhetzung drohen bis zu zwei Jahre Haft

    Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark wollte die Sache nicht auf sich beruhen lassen und erstattete Anzeige gegen Tisal. Der Akt wurde von der Staatsanwaltschaft Graz an die Anklagebehörde in Klagenfurt übermittelt, bestätigte Sprecherin Tina Frimmel-Hesse. Laut "Kleine Zeitung" wurde Tisal in der vergangenen Woche von Beamten des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung einvernommen. Verhetzung ist nach dem österreichischen Strafrecht mit einer Strafe von bis zu zwei Jahren Gefängnis bedroht. (APA, 8.3.2018)

    • Der als "EU-Bauer" bekannte Manfred Tisal bei der Wahlkampfabschlussveranstaltung der Kärntner FPÖ in Klagenfurt vergangenen Samstag.
      foto: apa/barbara gindl

      Der als "EU-Bauer" bekannte Manfred Tisal bei der Wahlkampfabschlussveranstaltung der Kärntner FPÖ in Klagenfurt vergangenen Samstag.

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