Kritik an Youtube wegen Neonazi-Inhalten

    8. März 2018, 12:21
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    Britisches Home Affairs Comittee kritisiert Youtubes langsames Handeln bei einer Rede der Neonazi-Gruppierung National Action

    Die verbotene, britische Neonazi-Organisation National Action verbreitet regelmäßig Videos auf Youtube. Das führt nun den britischen Ausschuss für innenpolitische Angelegenheiten, den Home Affairs Comitee dazu, heftige Kritik auszuüben. So habe die Plattform es laut der Vorsitzenden Yvette Cooper mehrfach versäumt, solche Inhalte gänzlich zu blockieren. Zwar seien bestimmte Videos entfernt worden, würden aber immer wieder auftauchen, wie die BBC berichtet.

    Entschuldigung

    Google hat sich bereits entschuldigt und versprochen, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen: "Wir wollen keine Inhalte von National Action auf Youtube", so das Unternehmen – zwar hätten die Systeme nicht gänzlich funktioniert, allerdings würde man sie aktuell ausbauen. In einem offenen Brief wirft Cooper Google vor, ein Video "zumindest sieben Mal" gemeldet zu haben und selbst der Youtube-CEO Susan Wojcicki Inhalte gezeigt zu haben. Trotzdem kehre es immer wieder zurück.

    Scharfe Kritik

    "Youtubes wiederholtes Versagen, sich um das gleiche illegale Extremisten-Video zu kümmern ist eine absolute Schande und zeigt das schockierende Fehlen an Mühe, ihre grundlegende, soziale und juristische Verantwortung zu erfüllen", so Cooper. "Wenn es ein Copyright-Problem wäre, hätten sie es sofort und automatisch entfernt und die Technologie zur Verfügung gestellt, um es weiterhin zu verhindern", sagt die Vorsitzende.

    Eine Woche nach Empfehlung

    Der Brief wird nun eine Woche nachdem die Europäische Kommission empfohlen hat, dass Youtube und andere Plattformen künftig terroristische Inhalte innerhalb einer Stunde entfernen müssen, veröffentlicht. Zuvor hatte das soziale Medium angegeben, dass sein System 70 Prozent aller gewalttätigen, extremistischen Inhalte innerhalb von 8 Stunden nach dem Upload erkennen könnte. (red, 8.3.2018)

    • Cooper kritisiert Youtube scharf – sein wiederholtes Versagen sei eine "Schande".
      foto: reuters/plunkett

      Cooper kritisiert Youtube scharf – sein wiederholtes Versagen sei eine "Schande".

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