US-Medien könnten künftig gemeinsam mit Internetriesen verhandeln

8. März 2018, 15:54
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Momentan verbieten Kartellgesetze gemeinsame Vertretung

Washington – US-amerikanische Medienhäuser könnten künftig gemeinsam mit Internetgiganten wie Google oder Facebook verhandeln dürfen. Der demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus David Cicilline plant einen Gesetzesvorschlag einzubringen, das es Verlagshäusern ermöglichen soll, gemeinsam mit den Internetriesen zu verhandeln. Momentan verbieten US-amerikanische Kartellgesetze ein gemeinsames Auftreten.

Cicilline gehe es bei seinem Gesetzesvorschlag nicht darum, das Ergebnis der Verhandlungen zu diktieren, sondern Verhandlungen auf Augenhöhe zu ermöglichen, sagte er zu "Wired".

Verhandlungen über Werbegelder und Hervorhebungen

Bei den Verhandlungen dürfte es vor allem um die Verteilung von Anzeigeerlösen gehen. Momentan kontrollieren Google und Facebook 73 Prozent der Werbeumsätze im Digitalmarkt. Wie die Verhandlungen im Detail aussehen könnten, verrät ein Blick auf die Forderungen der News Media Alliance, die hinter dem Gesetz steht. Mitglieder der Vereinigung sind über 2.000 Zeitungen aus den Vereinigten Staaten und Kanada.

Neben einem größeren Anteil an den Werbeeinnahmen will die News Media Alliance von den Internetgiganten Unterstützung bei der Realisierung von bezahlten Abos. Die Netzwerke sollen sogar erwägen, für die Inhalte der Publisher selbst zu bezahlen. Die Allianz fordert außerdem Einsicht in die Nutzerdaten und will, dass die großen Plattformen "vertrauenswürdige Marken" stärker hervorheben. (red, 8.3.2018)

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    Künftig könnten US-Medienhäuser ihre Interessen Google und Facebook gemeinsam vertreten.

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