EU-Kommission will Lizenz für Crowdfunding-Plattformen

8. März 2018, 10:47
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Katainen: Alternative Finanzierungsformen lenken Ersparnisse Ersparnisse in direkte Investitionen um – Timmermans: Nachhaltiges Finanzwesen für Wandel notwendig

Brüssel – Die EU-Kommission will im Rahmen ihrer alternative Kapitalmarktstrategie Finanzierungsformen wie Crowdfunding stärker fördern. Außerdem sollen "grüne" Finanzprodukte den Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Wirtschaft unterstützen. Der Vizepräsident der Brüsseler Behörde Valdis Dombrovskis trat für eine EU-weite Lizenz für Crowdfunding-Plattformen ein.

Dombrovskis sagte Mittwoch in Brüssel, dies würde dabei helfen, dass solche Crowdfunding-Plattformen europaweit expandieren könnten. "Um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu sein, brauchen die innovativen Unternehmen Europas Zugang zu Kapital, Raum für Experimente und eine gewisse Größe, die ihnen Wachstum ermöglicht." Crowdfunding-Plattformen könnten dazu beitragen, Anleger und Unternehmer aus der gesamten EU zusammenzubringen und ihnen mehr Möglichkeiten zu geben, ihre Ideen einem breiteren Spektrum an Geldgebern zu präsentieren.

Hilfe für Startups

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Jyrki Katainen, erklärte, alternative Finanzierungsformen wie Crowdfunding oder Peer-to-Peer-Kredite lenkten Ersparnisse direkt in Investitionen um. Damit werde innovativen Firmen, Startups und kleinen Unternehmen der Zugang zum Markt erleichtert.

Zu den Finanzdienstleistungen werde es einen "FinTech-Aktionsplan" geben. Hier sieht die Kommission 23 Schritte vor, um die Expansion innovativer Geschäftsmodelle zu fördern, den Einsatz neuer Technologien zu unterstützen, die Cybersicherheit zu erhöhen und die Integrität des Finanzsystems zu stärken. So wird die Kommission ein EU-FinTech-Labor ausrichten, bei dem europäische und nationale Behörden in einem neutralen, gemeinnützigen Rahmen mit Anbietern von Technologielösungen zusammenkommen.

Mehr "grüne" Finanzprodukte

Zum Ziel eines nachhaltigeren Finanzsystems durch "grüne" Finanzprodukte sagte Katainen, privaten Investoren müssten günstige Rahmenbedingungen für nachhaltige Investitionen geboten werden, damit der Übergang zu einer umweltfreundlicheren und ressourceneffizienteren Kreislaufwirtschaft gelinge. Dazu soll die Festlegung einer gemeinsamen Sprache für das nachhaltige Finanzwesen dienen – ein einheitliches EU-Klassifikationssystem oder Taxonomie. Darin würden die Begriffe der Nachhaltigkeit festgelegt und die Bereiche angeführt, in denen nachhaltige Investitionen größtmögliche Wirkung entfalten.

Weiters will die Kommission die Schaffung eines EU-Kennzeichens für "grüne" Finanzprodukte auf Grundlage dieses EU-Klassifikationssystems. Schließlich müsste der Grundsatz der Nachhaltigkeit in die Aufsichtsvorschriften einbezogen werden. Banken und Versicherungsunternehmen seien eine wichtige Fremdfinanzierungsquelle für die europäische Wirtschaft. Die Brüsseler Behörde kündigte an, die Machbarkeit einer erneuten Feinabstimmung der Kapitalanforderungen von Banken für nachhaltige Investitionen zu prüfen – wobei die Finanzstabilität gewahrt werden müsse, wird betont. (APA, 8.3.2018)

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