Ex-RBI-Chef Sevelda ist neuer Präsident von Eco Austria

8. März 2018, 10:02
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Er folgt auf Justizminister Josef Moser. Sevelda: "Schuldenbremse in Verfassungsrang wäre eine gute Idee"

Wien – Karl Sevelda, ehemaliger RBI-Vorstandschef und amtierender Aufsichtsratschef der Semper Constantia Privatbank, ist zum neuen Präsidenten des Wirtschaftsforschungsinstituts Eco Austria bestellt worden. Sein Vorgänger war der frühere Rechnungshof-Präsident und jetzige Justizminister Josef Moser, der seine Ämter bei Eco Austria niedergelegt hat.

"Eco Austria ist es als unabhängige Forschungseinrichtung bereits in den letzten Jahren gelungen, seine wissenschaftliche Expertise in die wirtschaftspolitische Debatte einzubringen. Dies wollen wir Schritt für Schritt intensivieren und auch Entscheidungsträger in Politik und Unternehmen mit evidenzbasierter Forschung unterstützen", erklärte Sevelda am Donnerstag zur künftigen Ausrichtung des Instituts, das weiterhin von Tobias Thomas geleitet wird.

Sein ehrenamtliches Engagement sehe er sozusagen als Aufsichtsrat, so Sevelda. Eco Austria ist seit sechs Jahren als unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut tätig.

Schuldenbremse in Verfassung

"Wir werden die Regierung daran erinnern, dass sie versprochen hat, keine neuen Steuern einzuführen", sagte Sevelda der "Presse" vom Donnerstag. Eine Schuldenbremse im Verfassungsrang wäre dafür eine gute Idee.

Als ersten Schritt empfehlen Sevelda und Thomas eine Verwaltungsreform, die mit einer Föderalismusreform beginnen sollte. "Es muss eine klare Zuordnung der Aufgaben zwischen Bund und Ländern geben. Die Verantwortung von Einnahmen und Ausgaben muss zusammengeführt werden. Mir ist schon klar, dass das eine Mammutaufgabe ist. Aber ich weiß aus meiner Zeit bei Raiffeisen, dass Föderalismus sehr teuer sein kann", so Sevelda.

Geringere Abgaben

Weiters empfiehlt der neue Eco-Austria-Präsident einen Abbau der Bürokratie, die Senkung der Abgaben und die Vereinfachung der Abgabenstruktur. "Dieses Land muss für Unternehmer freundlicher werden. Wir sind bei der Abgabenquote die Nummer sechs in Europa. Man zahlt zu früh zu hohe Steuern in Österreich. Da geht es vor allem um den Mittelstand."

Laut Thomas würde eine Senkung der Abgabenquote von 42 auf 40 Prozent rund zehn Milliarden Euro kosten. "Wenn man das über Senkung der Lohnnebenkosten, Körperschaft- und Einkommensteuer macht, erwarten wir in den ersten fünf Jahren eine Selbstfinanzierung von 40 Prozent." Sechs Milliarden Euro Einsparungen müsste somit der Finanzminister noch drauflegen. (APA, 8.3.2018)

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