Samsung Galaxy S9+ im Test: Geniale Kamera, gruselige Animojis

    8. März 2018, 14:00
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    Neues Flaggschiff bringt solide Weiterentwicklung zum Vorgänger, ein Killerfeature fehlt jedoch

    Wenngleich auch Nokia einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, waren das Galaxy S9 und S9+ wohl die am Smartphonemarkt wichtigsten Neuvorstellungen im Rahmen des Mobile World Congress. Samsung hat für diese Generation an vielen Rädchen gedreht. Abseits des üblichen Hardwareupgrades wertete man die Akustik des Geräts auf, spendierte KI-Assistent Bixby neue Fertigkeiten, implementierte Augmented-Reality-Features und rüstete vor allem die Kamera auf.

    Doch kluge Sprachhelfer, AR-Spielereien und ordentliche Fotofähigkeiten bieten auch schon so manche Geräte, die im vergangenen Jahr auf dem Markt gelandet sind. Der WebStandard hat überprüft, was Samsungs erstes Flaggschiff im neuen Jahr tatsächlich an Fortschritt bringt.

    foto: derstandard.at/pichler

    Hinweis

    Ein Hinweis vorweg: Getestet wurde das Galaxy S9+ und nicht das reguläre Modell. Das S9+ fällt etwas größer aus (Display mit 6,2 statt 5,8 Zoll Diagonale), verfügt über mehr Arbeitsspeicher (sechs statt vier GB), kostet um 100 Euro mehr und bringt einen zweiten Kamerasensor auf der Rückseite mit. Letzteres ist der wahrscheinlich relevanteste Unterschied. Er bedeutet, dass das S9 und S9+ zwar in vielen Fällen Fotos von sehr ähnlicher Qualität machen dürften, die Aussagen in diesem Test hinsichtlich der Kameraqualitäten jedoch nicht eins-zu-eins umlegbar sind.

    Fast ein S8-Doppelgänger

    Äußerlich ist das S9+ vom S8+ auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, wenn man auf die Frontseite blickt. Dass die Seitenränder ein weiteres mal schlanker geworden sein sollen, ist wohl selbst bei direkter Gegenüberstellung beider Modelle kaum mit freiem Auge zu erkennen. 147,7 x 68,7 x 8,5 Millimeter misst das Telefon bei knapp 190 Gramm Gewicht. Der Großteil der Front wird vom AMOLED-Display eingenommen, dessen Ecken ästhetisch wohlwollend abgerundet sind.

    foto: derstandard.at/pichler

    Entlarvender ist hingegen der Blick auf die Rückseite. Dort findet sich nicht nur die, wie schon bemerkt, neue Doppelkamera, sondern auch ein leicht verändertes Sensorenarrangement. Mit der Platzierung des Fingerabdruckscanners neben der Kamera hat Samsung vergangenes Jahr für Frust gesorgt, war er dort doch unkomfortabel zu erreiche und sorgte dabei auch noch für Schmierspuren auf der Linse.

    Jetzt ist der Fingerprintleser klugerweise unterhalb des Fotosensors montiert, wie es bei rückseitig geführten Scannern üblich ist. Nach wie vor direkt neben der Kamera sitzt allerdings der Sensor zur Messung von Puls und Blutsauerstoff. Wer diese Features etwa aus Fitnessgründen öfter nützt, kämpft also weiterhin mit besagtem Problem.

    foto: derstandard.at/pichler

    Auf der Unterseite hat Samsung Lautsprecher, USB-C-Port und die 3,5mm-Audioklinke positioniert. Links finden sich die Lautstärketasten und der "Bixby-Button", rechts der Ein/Aus-Schalter. Den Einschub für die bis zu zwei SIM-Karten ist an der Oberseite untergebracht.

    Die Technik ist, einmal mehr, verpackt in Metall und Glas. Entsprechend glatt, spiegelnd und schwer fotografierbar ist die Rückseite. Sie ist auch immer noch ein wahrer Magnet für Fingerabdrücke. Auch wenn das Handy dank des länglichen Bildschirmformats relativ gut in der Hand liegt, empfiehlt sich aufgrund der geringen Haftung der Glasoberfläche die Verwendung des beigelegten Schutzcovers. Dieses nimmt dem Telefon allerdings ein wenig das "Premium"-Flair, kommt es doch in einer etwas eigenwilligen Textiloptik daher.

    Immerhin: Die ganze Konstruktion ist sehr gut verarbeitet und staub- und wasserfest nach IP68-Standard. Sie sollte also Süßwasser bis zu einer Tiefe von 1,5 Meter 30 Minuten lang am Eindringen hindern können.

    Ebenfalls im Lieferumfang: Ein Quickcharge-Ladegerät samt Kabel, ein Konverter von microUSB auf USB-C sowie ein OTG-Adapter zum Anschluss von USB-Speichern und -Geräten an das Handy.

    foto: derstandard.at/pichler

    Der Bildschirm liefert eine Auflösung von 2.960 x 1.440 Pixel, was einem Seitenverhältnis von 18,5:9 entspricht. Standardmäßig (und der Akkulaufzeit zugute kommend) ist er jedoch auf 2.220 x 1.080 Pixel konfiguriert. Das AMOLED-Panel ist an den Seiten gekrümmt (durch die dünnen Ränder kommt es ganz selten zu Fehleingaben) und hinsichtlich der Darstellungsqualität über alle Zweifel erhaben. Kräftige, aber nicht überzeichnete, Farben und Kontraste sowie hohe Helligkeit lassen keinen Zweifel daran, dass Samsung viel Zeit und Geld in die Entwicklung dieser Technologie gesteckt hat. Dank HDR10-Support darf man sich über kontrastreichere Szenen bei kompatiblen Filminhalten freuen.

    Unter der Haube werkt nun Samsungs neuester Prozessor, der Exynos 9810, der aus einem Verbund aus vier Highspeed-Kernen (Mongoose M3 mit bis zu 2,7 GHz) und vier schwächeren Cortex-A55 (bis zu 1m8 GHz) arbeitet. Einzig User in China und den USA erhalten ein anderes Modell mit dem Snapdragon 845 von Qualcomm. Der Onboardspeicher beträgt modellabhängig 64, 128 oder 256 GB. Wer will, kann mit einer microSD-Karte um bis zu 400 GB aufstocken, muss dafür aber einen SIM-Slot opfern.

    foto: derstandard.at/pichler

    Android 8 mit mehr "Bixby"

    Vorinstalliert ist Android 8.0 "Oreo" mit Samsungs eigener Touchwiz-Oberfläche. Diese ist optisch in vielen Punkten angepasst, Änderungen an der Bedienlogik hat sich Samsung im Vergleich zu "Vanilla"-Android aber weitestgehend gespart. Einzig die Menüpunkte in den Einstellungen nach eigenem Ermessen umgruppiert. Per Suchfunktion findet man aber in der Regel trotzdem flott die Optionen, die man braucht.

    Mit dabei ist auch wieder Bixby, Samsungs eigener, mobiler Assistent. Er ist auch standardmäßig als Sprachhelfer eingerichtet und über den schon erwähnten Bixby-Button flott zu erreichen. Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn: eine Reihe von Kommandos erkennt er zwar schon gut, aber nur auf Koreanisch, Chinesisch oder Englisch. Kleine Tasks, wie das Stellen oder Ausschalten eines Weckers, Wissensfragen etc. klappen gut. Wer einen deutschsprachigen Assistenten will, muss den ebenfalls vorinstallierten Google Assistant aktivieren und per "Ok, Google"-Hotword aufrufen.

    foto: derstandard.at/pichler

    Liveübersetzer

    Kamerabasierte Funktionen hingegen sind bereits auf Deutsch umgesetzt. Bixby kann etwa ins Livebild nahe gelegene Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und andere Points of Interest einblenden oder nach ähnlichen Fotos zum gerade anvisierten Motiv suchen. Wer sich mehr Bilder des gleichen Sightseeingobjektes erhofft, wird möglicherweise enttäuscht. Beim Blick auf den Stephansdom buddelte Bixby beim Fotonetzwerk Pinterest den Kölner Dom und das Pariser Louvre aus.

    Was gut funktioniert, ist die per Augmented Reality umgesetzte "Liveübersetzung" von Textinhalten. Wird die Kamera etwa auf eine Menükarte gerichtet, kann Bixby den Text erkennen, via Google Translate übersetzen und das Ergebnis über die Kameraansicht legen. Schwierigkeiten gibt es allerdings bei kleineren Schriftgrößen, schwächeren Buchstabenkontrasten und bei der Erkennung von Texten auf Bildschirmen.

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    Mit dabei ist außerdem ein QR-Code-Leser. Was am Testgerät fehlte, war jene beworbene Funktion, bei der verschiedene Lebensmittel erkannt und Nährwertinformationen verfügbar gemacht werden. Zumindest zu Weinetiketten lieferte man spärliche Zusatzinformationen, wobei auch nicht jedes Label einen Treffer erbrachte.

    Performancetechnisch spielt das S9+ wenig überraschend in der Oberliga. Das zeigen sowohl die hohen Ergebnisse beim Allround-Benchmark Antutu und dem 3D-Grafik-Test 3D Mark (Slingshot Extreme). Insbesondere beim Einsatz der Beschleunigungsschnittstelle Vulcan enteilt man der schon am Markt befindlichen Konkurrenz klar. In der Praxis hat das S8+ auch keine merkbaren Probleme mit emsigem Multitasking oder grafisch aufwändigen Games.

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    Top-Kamera

    Großen Fokus hat Samsung bei der Vorstellung auf die Kameras gelegt. Die zwei Sensoren auf der Rückseite operieren mit 12 Megapixel. Einer nutzt ein Weitwinkelobjektiv. Mit diesem sowie den zusätzlichen Bildinformationen soll nicht nur die Fotoqualität insgesamt gesteigert, sondern auch Features wie ein "hybrider" Zweifachzoom möglich werden.

    Das macht freilich auch schon die Konkurrenz seit einiger Zeit, weswegen Samsung heuer einen dynamischen Wechsel der Lichtempfindlichkeit implementiert hat. Unter normalen Tageslichtbedingungen operiert die Kamera mit einer Apertur von f/2.4. Bei dunkleren Verhältnissen wechselt sie automatisch auf f/1.5.

    Subjektiv dürfte Samsung damit die wohl beste aktuelle Smartphone-Kamera liefern. Bilder werden schnell geknipst, die Farbwiedergabe ist kräftig, aber nicht so kräftig, dass sie unrealistisch wirken würde. Auch kleine Details bleiben meist erhalten. Als Kritikpunkt bleibt eigentlich nur hängen, dass die automatische Nachschärfung der Aufnahmen gelegentlich leicht übertrieben ausfällt und ganz selten die HDR-Automatik nicht anspringt, wo sie hilfreich wäre. Insgesamt funktioniert die von Bixby gestützte Einstellungswahl aber sehr gut.

    foto: derstandard.at/pichler

    Bessere Abendfotos

    Die Erzeugung künstlicher Hintergrundunschärfe klappt gut. Die Ränder vordergründiger Motive werden dabei recht genau erkannt. Gute Arbeitet geleistet hat man auch beim Zweifach-Zoom, der aus dem Bild der beiden Hauptkameras eine passable Vergrößerung erzeugt, die deutlich besser als ein klassischer Digitalzoom mit "aufgeblasenen" Pixeln ist. Mit einem echten optischen Zoom kann man natürlich nicht ganz konkurrieren.

    Von der Umschaltung der Apertur profitiert das S9+ klar. Man sollte allerdings keine Wunder erwarten. Fotos unter schwachem Licht gelingen – für Smartphone-Verhältnisse – gut und, gemäß dem Werbeversprechen, auch ziemlich rauscharm. Bei fast kompletter Dunkelheit ist aber auch diese Kamera klar überfordert und produziert nur noch Bilder mit schemenhaften Darstellungen und erkennbarem Rauschfaktor, sofern man keinen Blitz verwendet.

    derstandard.at/web
    Ein mit dem S9+ erstelltes Video in Superzeitlupe (960 FPS/720p).

    Super-Slow-Motion

    Videoseitig liefert Samsung die Möglichkeit von 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde. In Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) ist auch Zeitlupe mit maximal 240 Bildern pro Sekunde (also vierfache Verlangsamung) möglich. Als Highlight streicht man jedoch den neuen Superzeitlupen-Modus heraus. Er operiert mit 960 Bildern pro Sekunde in 720p (1.280 x 720 Pixel). Wobei man fairerweise sagen muss, dass Samsung hier nicht der erste Handyhersteller ist, der eine so starke Verlangsamung ermöglicht. Sony brachte ein solches Feature bereits vor einem Jahr mit dem Xperia XZ auf ein Smartphone.

    Nichtsdestotrotz ist Samsungs Implementation in weiten Teilen gelungen. Die Lichtstärke bei der Aufnahme ist im Vergleich zu Videos in "Normalgeschwindigkeit" und der Aufnahme von Fotos deutlich vermindert, dennoch gelingen auch unter Kunstlicht ganz "okaye" Clips. Die superschnelle Aufnahme ist zeitlich allerdings auf einen kurzen Moment limitiert, der beim Abspielen dann sechs Sekunden dauert. Ausgelöst werden kann die Erfassung der "Action" automatisch, in dem man im Sichtfeld der Kamera einen viereckigen Bereich definiert. Erkennt das Gerät hierin signifikante Bewegung, startet die Slow-Motion-Aufnahme.

    foto: derstandard.at/pichler

    Das klappt meistens zuverlässig und die Resultate sind nett anzusehen. Ob daraus ein Feature wird, dass man im Alltag regelmäßig einsetzt, darf jedoch bezweifelt werden. Dazu hat die Funktion ein Problem mit manchen LED-Lampen, bei denen Vorschau und Aufnahme zu einem "Flacker-Massaker" geraten.

    Lob aussprechen darf man auch der frontseitigen Kamera, die mit acht Megapixel arbeitet und Autofokus beherrscht. Sie liefert eine von der Hauptkamera nicht zu unterscheidende Farbwiedergabe

    derstandard.at/web
    Das automatisch erzeugte Set an AR-Emojis.

    Avatare mit Gruselfaktor

    Ebenfalls auf die Kamera stützen sich die "AR-Emojis", die nun mit dabei sind. Das Feature ist über die Kamera-App, deren Aussehen und Bedienlogik die eine oder andere Apple-Inspiration aufweist, schnell zu finden und simpel zu verwenden. Aus einem Selfie extrahiert das System die wichtigsten Gesichtsmerkmale und klatscht sie auf ein dreidimensionales Modell. Bei diesem lassen sich Geschlecht und Frisur anpassen, ehe man selber digitale Grimassen ziehen kann. Dazu wird ein Set aus verschiedenen "Reaktionen" aus animierten GIFs vorab erstellt.

    Damit bietet Samsung hier einen Individualisierungsgrad, der bei Apples Animojis nicht zu finden ist. Die gut gemeinte Funktion erzeugt allerdings auch so manche gruselige 3D-Adaption des Nutzergesichts. Und die Aufnahme neuer Ausdrücke funktioniert öfters nicht, wie geplant. Offenbar gibt es Schwierigkeiten bei der Nachverfolgung von Mund- und Augenbewegungen, sodass ein eigentlich nettes Lächeln mitunter zu einem gruselig-mordlüsterndem Grinsen wird. Gerade derlei Aussetzer könnten freilich zuerst einmal für großes Interesse an Samsungs Animojis sorgen. Ob die Masse der Nutzer die eigenen 3D-Alter-Egos regelmäßig in Chat-Gespräche einbringen will, bleibt allerdings abzuwarten.

    foto: derstandard.at/pichler

    Eine weitere Aufwertung hat die Frontkamera erfahren. Sie kann nun ihre Aufnahme mit dem Irisscanner kombinieren und bietet darauf basierend eine Login-Möglichkeit, die verbesserte Sicherheit bieten soll. Wie resistent das System gegen Knackversuche ist, müssen Experten eruieren. Im Test wurde klar, dass diese Form der Authentifizierung deutlich langsamer und fehleranfälliger ist, als der flott und präzise arbeitende Fingerabdruckscanner.

    Klangstark

    Zeit, sich den akustischen Qualitäten des S9+ zu widmen. Samsung hat die S9-Reihe auf zwei Lautsprecher aufgerüstet und die Lautstärke erhöht. Musik und anderes Audiomaterial erschallt nun nicht nur durch den Hauptlautsprecher auf der Unterseite, sondern auch durch den Ohrhörer. Das macht den Klang, wie erwartet, deutlich "räumlicher" und angenehmer. Dazu läuft die Wiedergabe verhältnismäßig rauscharm und ist laut genug, um ein kleines Bilder im Hintergrund zu beschallen. Wer möchte, kann diverse Anpassungen vornehmen, um das Klangbild dem eigenen Gusto anzupassen.

    Eine deutlicher Verbesserung auf automatischem Wege verspricht man durch den Einbau von Dolby Atmos. Der Unterschied klang beim Hands-on in London recht beeindruckend, ist in der Praxis aber letztlich sehr davon abhängig, was man anhört. Bei der Wiedergabe von Klassik und orchestraler gehaltener Musik (Beispiel: "Here‘s to the heros" der "Ten Tenors") etwa ist die Verbesserung in Form eines klareren und reicheren Klangbilds unüberhörbar. Bei Rock und Metal (Beispiel: "Black Ice" von AC/DC) fällt der "Atmos"-Bonus kaum auf. Gleiches gilt bei der Wiedergabe über Kopfhörer – wobei die mitgelieferten In-Ears von AKG von passabler Qualität sind.

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    Souverän bei den Basics

    Keine Blöße gibt sich Samsung in Sachen Telefonie und Mobilfunk. Der Empfang ist in beiden Fällen gut. Der beworbene LTE-Support von Bandbreiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde war in der Praxis freilich nicht überprüfbar, weil österreichische Provider derlei noch gar nicht anbieten. Das Surfen per LTE lief jedenfalls störungsfrei, wenn man von der überlastungsbedingten Bandbreitenminderung am Stephansplatz absieht. An einen ac-WLAN-Router ließ sich das Handy problemlos anbinden. Auch mit üblichem Bluetooth-Equipment (unterstützt wird Version 5.0) verträgt es sich gut. An Bord ist übrigens auch ein NFC-Modul.

    Die Klangqualität beim Telefonieren erweist sich ebenfalls als gut. Das Gegenüber ist laut und klar verständlich. Auch man selbst kommt gut hörbar an. Bei viel Hintergrundlärm mischt sich ein leichtes Rauschen in die Stimme, was wohl ein Ergebnis der Geräuschunterdrückung sein dürfte.

    Die Akkulaufzeit, soweit im Rahmen der Testphase beurteilbar, bricht keine Rekorde, enttäuscht aber auch nicht. Intensivnutzer sollten mit ausreichenden Reserven für den Restabend über den Arbeitstag kommen. Alle anderen dürften auch bis zur Mittagszeit des Folgetages ohne Aufladen durchkommen. Dank Quickcharge 2.0 ist das Handy auch binnen 30 Minuten wieder für die nächsten paar Stunden gerüstet. Auch drahtloses Aufladen ist möglich, dies wurde in Ermangelung von entsprechendem Equipment aber nicht erprobt.

    Fazit

    Mit dem Galaxy S9+ ist Samsung eine solide Weiterentwicklung des S8 gelungen. Wenngleich der Status Quo von Bixby nach wie vor etwas unbefriedigend ist und die AR-Emojis gelegentlich Gruselfaktor mitbringen, darf man von einer gelungenen Aufwertung sprechen. Insbesondere in Sachen Kamera ist Samsung ganz vorne dabei.

    Und mit der Implementation von Stereo-Wiedergabe und Dolby Atmos sowie dem überragenden Display ist das Handy wohl nicht nur der derzeitige Kamera-König, sondern auch die beste Entertainment-Lösung ihrer Geräteklasse.

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    Die hat allerdings ihren Preis. Zumindest 949 Euro muss man für das S9+ hinlegen, womit es sich preislich zwischen dem iPhone 8 und dem iPhone X platziert. Damit legt man nach der S8-Serie erneut einen Preissprung, diesmal um 50 Euro, hin. Wer ein gutes, aktuelles Highend-Komplettpaket möchte und nicht auf Apple besteht, wird an Samsungs neuem Flaggschiff kaum vorbei kommen. In seiner Liga spielen aktuell sonst nur Googles in Österreich offiziell nicht käufliches Pixel 2 und Huaweis Mate 10, die aber den einen und anderen Abstrich machen müssen.

    Wer sich mit einer Liga darunter auch noch anfreunden kann, findet auch Geräte anderer Hersteller und nicht zuletzt eben das S9 und S8 Plus, die mit der Vorstellung des neuesten Modells nunmehr um die 600 Euro kosten.

    Das Samsung Galaxy S9 kann bereits vorbestellt werden und startet offiziell am 16. März in den Handel. Alle drei großen Netzbetreiber – A1, T-Mobile und Drei – haben das Gerät in ihr Portfolio aufgenommen. (Georg Pichler, 08.03.2018)

    Testfotos

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    foto: derstandard.at/pichler
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    Vergleich: Normales Foto und 2x-Zoom
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    Hinweis im Sinne der Leitlinien: Das Testgerät wurde von Samsung zur Verfügung gestellt.

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