Dortmund-Trainer Stöger: "Kann total offene Partie werden"

8. März 2018, 09:51
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BVB-Trainer erwartet im "gefühlten Champions-League-Spiel" gegen Salzburg keinen Spaziergang, will sich trotz einiger Ausfälle nicht "aus der Favoritenrolle rausstehlen"

Dortmund – Peter Stöger ist gewarnt. Der Trainer von Borussia Dortmund kennt Red Bull Salzburg und weiß um die Qualitäten, die der Serienmeister mitbringt. Insofern erwartet er im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League am Donnerstag (19 Uhr, Puls 4, STANDARD-Ticker) alles andere als einen Spaziergang. "Es kann eine total offene Partie werden", sagte Stöger am Mittwoch in seiner Abschluss-Pressekonferenz.

Der Wiener freut sich auf das Duell mit seinen Landsleuten – und auch, dass überhaupt noch ein österreichisches Team vertreten ist. "Es sind in dieser Runde so viele außergewöhnliche Mannschaften dabei, das hat schon etwas von Champions League, gefühlt", meinte Stöger. "Die Salzburger sind eine Mannschaft, die ich in einer ganz, ganz gefährlichen Außenseiterrolle sehe."

Man kennt sich

Geheimnisse gibt es keine. Die Teams kennen einander laut Stöger "in- und auswendig". 2013 hatte er den Bullen mit der Wiener Austria den bis dato letzten Meistertitel weggeschnappt, danach folgte der Abschied zum 1. FC Köln. In Dortmund hat er nach seiner Amtsübernahme im Dezember in kurzer Zeit die Mannschaft stabilisiert. Von den bisher 13 Spielen unter Stöger ging nur eines verloren – im Cup-Achtelfinale kurz vor Weihnachten bei Bayern München (1:2).

"Entwicklung geht aber nicht in Tagen", betonte Stöger. Sein Vertrag läuft vorerst bis Saisonende, einen Termin für Gespräche über eine Verlängerung gibt es nicht. Der 51-Jährige sieht auch keine Notwendigkeit dafür. "Es ist erst zwei Monate her, dass ich unterschrieben habe." Bis Sommer sei vorerst alles klar. Dann könnte Stöger im Erfolgsfall auch erster Ansprechpartner für eine längerfristige Besetzung sein.

BVB zehn Ligaspiele ungeschlagen

Dafür wird in Dortmund aber nicht nur defensive Stabilität, sondern auch Offensivspektakel gefordert. Gegen die 30 Spiele ungeschlagenen Salzburger kann der BVB zeigen, wie weit er bereits ist. In zehn Ligaspielen blieb man ungeschlagen, in den vergangenen drei Partien gab es aber jeweils ein 1:1, zuletzt bei RB Leipzig. Aus der Partie könne man für Salzburg durchaus etwas mitnehmen, meinte Stöger. Die Spielidee der beiden Red-Bull-Klubs sei ähnlich. "Es ist aber nicht 1:1-Schablone."

Dass Salzburg in Dortmund anders auftritt als gewohnt, erwartet Stöger nicht. "Wir sind darauf vorbereitet, dass die Salzburger ihr Spiel so anlegen, wie sie es immer anlegen, weil das ihre Stärke ist." Es könnte also ein Schlagabtausch werden. "Sie werden uns nicht überraschen, umgekehrt wird es ähnlich sein."

Geht es nach dem früheren Austria-Meistermacher, wird Salzburg auch in Dortmund nicht in Ehrfurcht erstarren. "Ich glaube nicht, dass das ein gravierendes Problem für sie ist", sagte Stöger über die Atmosphäre im mit über 60.000 Zuschauern gut gefüllten Signal-Iduna-Park. "Ich sehe nichts, das sie hemmen könnte."

Dortmund ist gewarnt

Die Ausgangslage sei dennoch klar. "Wir sind weit davon entfernt, dass wir uns aus der Favoritenrolle rausstehlen", betonte Stöger. "Im Idealfall wollen wir die Salzburger 90 Minuten unter Druck setzen. Das wird aber nicht ganz so einfach sein." Zumal Salzburg gerade in internationalen Spielen zuletzt "einen richtig guten Job gemacht" habe. "Wir sind gewarnt davor."

Im Gegensatz zu Marco Rose hat Stöger nicht seinen vollen Kader zur Verfügung. Neben dem in der Europa League nicht spielberechtigten Innenverteidiger Manuel Akanji und den Langzeitverletzten Andri Jarmolenko, Sebastian Rode und Erik Durm fehlen weiterhin auch Shinji Kagawa und Raphael Guerreiro. Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek trat im Training etwas kürzer, sollte aber spielen können.

Dortmunds Hoffnungen ruhen auch auf dem von einer langwierigen Knieverletzung zurückgekehrten Marco Reus. "Wir wissen, dass die Aufgabe schwer wird", versicherte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer. "Wir haben sehr großen Respekt. Salzburg ist in der Liga zehn Punkte vorne. Daher können sie sich ganz auf diese zwei Spiele konzentrieren." Das Rückspiel folgt nächsten Donnerstag in Salzburg. (APA, 8.3.2018)

Europa League, Achtelfinal-Hinspiel, Donnerstag

Borussia Dortmund – Red Bull Salzburg
Signal-Iduna-Park, 19 Uhr, live Puls 4, Sky und STANDARD-Ticker, SR Vincic (SLO)

Mögliche Aufstellungen:

Dortmund: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Schmelzer – Weigl, Dahoud – Reus, M. Götze, Schürrle – Batshuayi

Ersatz: Weidenfeller – Zagadou, N. Sahin, Castro, Pulisic, Philipp, Sancho, Isak

Es fehlen: Akanji (in Europa League nicht spielberechtigt), Kagawa, Guerreiro (beide nach Fußverletzung), Jarmolenko (Fußverletzung), Rode (Schambeinprobleme), Durm (Bänderriss im Sprunggelenk)

Fraglich: Sancho (nach Bänderverletzung im Sprunggelenk)

Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Caleta-Car, Ulmer – Samassekou – Yabo, X. Schlager, V. Berisha – Hwang/Gulbrandsen, Dabbur

Ersatz: C. Stankovic, Carlos Miguel – Farkas, Pongracic, Onguene, Haidara, Ch. Leitgeb, Minamino, Wolf

Fraglich: Samassekou (leichte Kopfverletzung), Hwang (Ristprellung)

Rückspiel am 15. März (21.05 Uhr) in Salzburg

  • Stöger schätzt die Ausgangslage so ein: "Die Salzburger sind eine Mannschaft, die ich in einer ganz, ganz gefährlichen Außenseiterrolle sehe."
    foto: ap/bernd thissen

    Stöger schätzt die Ausgangslage so ein: "Die Salzburger sind eine Mannschaft, die ich in einer ganz, ganz gefährlichen Außenseiterrolle sehe."

  • Vor der gelben Wand sollten die Bullen nicht in Ehrfurcht erstarren.
    foto: reuters/leon kuegeler

    Vor der gelben Wand sollten die Bullen nicht in Ehrfurcht erstarren.

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