Ankara kritisiert Absetzung türkischer Seifenopern im Saudi-TV

    7. März 2018, 13:39
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    Türkischer Kulturminister vermutet politische Motive

    Istanbul – Mit der Absetzung populärer türkischer Fernsehserien hat eine saudi-arabische Sendergruppe die Regierung in Ankara verärgert. Der türkische Kultur- und Tourismusminister Numan Kurtulmus vermutete laut türkischen Medien politische Motive hinter der Entscheidung des Medienkonzern MBC.

    "Es ist nicht an zwei, drei Politikern, darüber zu entscheiden, welche Programme die Leute sehen können", kritisierte er demnach am Mittwoch. "Weltweit warten die Leute ungeduldig auf türkische Serien."

    Die Türkei zählt zu den weltweit größten Produzenten von Fernsehserien. Die TV-Dramen haben riesigen Erfolg in der arabischen Welt, im Iran, auf dem Balkan und in vielen Ländern Zentral- und Südasiens.

    "Großes Interesse"

    Minister Kurtulmus sagte, viele ausländische Kollegen würden ihn auf die türkischen Serien ansprechen. "Es gibt wirklich ein großes Interesse", sagte er. "Dies zeigt die Soft Power der Türkei." Unter "Soft Power" verstehen Diplomaten die Fähigkeit eines Landes, internationalen Einfluss auch jenseits der traditionellen Sphären von Politik und Militär auszuüben – etwa durch Kulturexporte.

    Die saudi-arabische Sendergruppe MBC hatte Anfang März verkündet, die Übertragung türkischer Serien auf allen Kanälen einzustellen. "Wir versuchen, die türkischen Dramen durch arabische Produktionen von hoher Qualität zu ersetzen, welche die Werte und Traditionen der Region verkörpern", sagte der MBC-Sprecher Masen Hajek am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

    Angespanntes Verhältnis

    Das Verhältnis der Türkei zu mehreren arabischen Staaten ist seit längerem angespannt. Insbesondere sorgt die Unterstützung der Türkei für die islamistische Muslimbruderschaft für Unmut in Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zu den Spannungen trägt bei, dass sich Ankara im Konflikt mit Katar auf dessen Seite gestellt hat.

    MBC wird von dem saudi-arabischen Geschäftsmann Walid al-Ibrahim kontrolliert. Er war Anfang November zusammen mit dutzenden anderen Angehörigen von Saudi-Arabiens Elite unter Korruptionsverdacht festgenommen worden. Einem Medienbericht zufolge wurde er nur unter der Bedingung freigelassen, Anteile an MBC aufzugeben. Bestätigt wurde der Bericht bisher nicht. (APA, 7.3.2018)

    • Numan Kurtulmus, Kulturminister.
      foto: reuters/bektas

      Numan Kurtulmus, Kulturminister.

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