Mehr Schönheits-OPs, weil Nasen auf Selfies unnatürlich groß wirken

6. März 2018, 15:48
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Soziale Medien als Triebfeder für plastische Eingriffe: US-Studie zeigt, dass die Nasen auf Selfies oftmals überdimensioniert wirken.

Newark – Während Schönheitsoperationen früher hauptsächlich älteren Semestern vorbehalten waren, geben heute immer mehr junge Menschen teilweise enorme Summen für die chirurgische Verbesserung des eigenen Aussehens aus. Verantwortlich dafür ist nach Ansicht US-amerikanischer Chirurgen zu einem erheblichen Teil das Bestreben, auf in sozialen Netzwerken geteilten Selfies so gut wie möglich auszusehen.

Nasenproblem

Der Anteil dürfte tatsächlich relevant sein: Einer Umfrage zufolge berichten 2017 rund 55 Prozent aller Plastischen Chirurgen in den Vereinigten Staaten von Patienten, die dies als Grund für einen Eingriff im Gesicht angeben; das sind um 16 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Als Hauptproblem hätten viele jungen Leute demnach die eigene Nase identifiziert, die ihnen auf den Bilder zu groß erscheinen würde.

Wie ein Team um Boris Paskhover von der Rutgers New Jersey Medical School in Newark nun berichtet, sitzen die von ihrer vermeintlich kolossalen Nase wenig begeisterten Patienten allerdings einer optischen Täuschung auf: dem sogenannten "Selfie-Effekt", wie er von den Forschern im Fachjournal "JAMA Facial Plastic Surgery" bezeichnet wird. Und der ist im Grunde nur der Perspektive zu verdanken: Da die Nase bei einem Selfie dem Weitwinkelobjektiv der Handykamera verhältnismäßig nahe kommt, ergibt sich daraus eine Vergrößerung der Nase, die ihre wahren Dimensionen verschleiert.

30 Prozent breiter

Paskhover und seine Kollegen belegten ihren Befund mit einer Fotoreihe, auf der der Selfie-Effekt klar erkennbar wird: Während die Nase des Fotografierten auf einer Selfieaufnahme aus 1,5 Metern Entfernung normal wirkt, erscheint sie bei gleicher Gesichtsbreite aus 30 Zentimetern Distanz um rund ein Drittel breiter als sie wirklich ist.

Die Mediziner vermuten daher, dass Selfies den Menschen ein verzerrtes Selbstbild vermitteln, was zum Wunsch nach einer eigentlich ungerechtfertigten chirurgischen Nasenverkleinerung führen kann. In welchem Ausmaß die virtuell aufgeblasenen Nasen tatsächlich Ursache für plastische Eingriffe sind, soll in künftigen Studien untersucht werden, so die Forscher. (tberg, 6.3.2018)

  • Das linke Bild wurde aus 30 Zentimetern Entfernung aufgenommen. Die Nase wirkt darauf um gut 30 Prozent breiter als auf der rechten Aufnahme, die aus einer Distanz von 1,5 Metern entstand.
    foto: boris paskhover

    Das linke Bild wurde aus 30 Zentimetern Entfernung aufgenommen. Die Nase wirkt darauf um gut 30 Prozent breiter als auf der rechten Aufnahme, die aus einer Distanz von 1,5 Metern entstand.

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