Importverbote nach Listeriose-Epidemie mit 180 Toten in Südafrika

6. März 2018, 15:26
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Kochschinken und Würstel des betroffenen Produzenten mit Verkaufsbann belegt

Johannesburg – Mehrere afrikanische Staaten haben nach einer Listeriose-Epidemie mit rund 180 Toten den Import bestimmter Fleischprodukte aus Südafrika verboten. Produkte wie Kochschinken und Frankfurter des betroffenen südafrikanischen Produzenten dürften auch nicht mehr verkauft werden, erklärte am Dienstag etwa das Gesundheitsministerium in Kenia.

Malawi, Mosambik, Namibia, Botswana und weitere afrikanische Staaten verfügten örtlichen Medienberichten zufolge ähnliche Importverbote. Bakterien der Gattung Listeria können vor allem Kranken und Kindern erheblich zusetzen.

Südafrika hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass die etwa seit dem Jahreswechsel grassierende Epidemie durch Listerien aus der Fleischproduktion ausgelöst worden war. Zwei Fabriken des Herstellers Enterprise wurden geschlossen, die Produkte wurden aus dem Handel zurückgezogen. Die meisten der mehr als 900 Infektionen und rund 180 Todesfälle in Folge von Listeriose waren in der Provinz Gauteng um die Wirtschaftsmetropole Johannesburg zu beklagen.

Gefährlich für abwehrgeschwächte Personen

Die in der Natur vorkommenden Bakterien können in tierische und pflanzliche Produkte geraten. Listerien sind sehr widerstandsfähig. Sie überstehen sowohl Tiefgefrieren als auch Trocknen. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren tötet die Bakterien dagegen sicher ab.

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Personen: Neugeborene, alte Menschen, chronisch Erkrankte und Schwangere. Bei ihnen und bei Ungeborenen kann sie zum Tod führen. (APA, 6.3.2018)

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