Sieben Fragen und Antworten zu Stockholm

    13. März 2018, 06:00
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    STANDARD-Korrespondentin Anne Rentzsch ist im siebenten Teil unserer Städtereise-Serie verzaubert von den taghellen Nächten im schwedischen Sommer, kauft am Markt frisches Renkalbfilet und will bald auf einer einsamen Schären-Insel übernachten

    1. Wo waren Sie noch nie in Ihrer Stadt?

    Ich möchte endlich einmal mit viel Zeit in die Schären-Insellandschaft vor Stockholm fahren, eine Insel ausgiebig erkunden und dort übernachten. Laut Freunden lohnt sich das auf Grinda, gerade einmal eine Bootsstunde von der City entfernt. Viel Positives hörte ich über das dortige Hostel (schwedisch: vandrarhem), das Annehmlichkeiten wie eine Sauna mit Blick aufs Wasser bietet.

    2. Wo wollen Sie auf keinen Fall wieder hin?

    Reisen ins Blaue in allen Ehren! Aber ich mache nicht mehr den Fehler, nur deshalb in einen Bus oder in eine U-Bahn zu steigen, weil eine Haltestelle mit dem Begriff "strand" lockt. Der erwartete Strand erweist sich häufig als zugebaut oder weit entfernt. Aber kein Grund zur Sorge, Stockholm bietet Wasser zur Genüge.

    3. Wo kaufen Sie ein?

    Ob Renkalbfilet oder Moltebeeren – wenn man nach kulinarisch Erlesenem sucht, wird man in der Markthalle am Östermalmstorg fündig. Das gilt auch für den Hötorget. In dieser Markthalle geht's allerdings etwas lauter und ruppiger zu als am ehrwürdigen Östermalmstorg.

    4. Wo schmeckt es Ihnen am besten?

    Im Pub Blå Dörren, in der Nähe des Verkehrsknotenpunkts Slussen und nur ein paar Gehminuten entfernt von der Altstadt, gibt's schwedische Hausmannskost vom Feinsten – zu vergleichsweise moderaten Preisen. Wenn "strömming" (Mini-Hering), dann hier: knusprig gebraten und in Gesellschaft von Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Unfreundliches Personal habe ich im Blå Dörren noch nie erlebt.

    5. Wo übernachten Ihre Gäste?

    Das kleine, historisch geprägte Hotel Anno 1647 ist stilvoll eingerichtet, hat freundliches Personal und liegt, ebenso wie Blå Dörren, höchst verkehrs- und flaniergünstig in der Nähe der Altstadt. Viele Stockholmer Highlights erreicht man von hier aus zu Fuß.

    6. Wo haben Sie eine aufregende Nacht verbracht?

    Als uns ein Journalisten-Kollege zum Konzert seiner Band ins "Stampen" einlud, waren wir überrascht. Dort treten nur musikalische Profis auf, Qualität ist oberstes Kriterium für die Livekonzerte, die in dem Altstadt-Pub allabendlich stattfinden. Nach dem Konzert flanierten wir zu vorgerückter Stunde durch die fast taghelle Stadt. Die "weißen Nächte" zwischen Anfang Juni und Mitte Juli elektrisieren auch Alteingewanderte immer wieder neu.

    7. Wo sollte 2018 jeder hin?

    Bis August 2018 läuft noch die Sigrid-Hjertén-Ausstellung in Prins Eugens Waldemarsudde. Doch auch ohne die farbgewaltige Hjertén, Ikone der modernistischen skandinavischen Malerei, ist der südlichste Teil der Stockholmer Halbinsel Djurgården einen Besuch wert: als Museum und Galerie wie auch – ganz kostenlos – als prachtvoller Landschaftspark. (Anne Rentzsch, RONDO, 13.3.2018)

    • So sieht sie aus, die Moltebeere.
      foto: wikicommons

      So sieht sie aus, die Moltebeere.

    • Stockholm und ein Teil der Altstadt vom Wasser aus gesehen.
      foto: istock / lindrik

      Stockholm und ein Teil der Altstadt vom Wasser aus gesehen.

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      Die "weißen Nächte" in Stockholm zwischen Anfang Juni und Mitte Juli elektrisieren immer wieder neu

    • Häuschen auf der Halbinsel Djurgården
      foto: getty images/istockphoto/el mehdi el khayyat

      Häuschen auf der Halbinsel Djurgården

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