STANDARD-Korrespondent André Ballin über Moskau

    9. März 2018, 06:00
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    Der zweite Teil unserer Städtereise-Serie "Meine Stadt": André Ballin will es im höchsten Gebäude Europas bald ganz nach oben schaffen. Unten am Moskwa-Fluß kennt er eine Disco, in der so ausgelassen gefeiert wird wie demnächst bei der Fußball-WM

    Wo waren Sie noch nie in Ihrer Stadt?

    So unglaublich es scheint, aber ich war noch nie auf dem Moskauer Fernsehturm Ostankino. Der Turm überragt mit 540 Meter Höhe die russische Hauptstadt. Auch wenn es in Asien inzwischen ein paar höhere Bauten gibt, ist Ostankino nach wie vor das höchste Gebäude Europas. Im unteren Teil des Turms war ich schon mal bei einer Veranstaltung, aber natürlich würde es mich reizen, nach oben auf die Aussichtsplattform oder in das daran anliegende Restaurant zu kommen. Bislang gestaltete sich das nicht ganz einfach, denn nach einem Brand war der Fernsehturm jahrelang geschlossen. Das Restaurant ist seit gut einem Jahr wieder geöffnet. Es wäre an der Zeit, das mal auszuprobieren.

    2. Wo wollen Sie auf keinen Fall wieder hin?

    Das Restaurant Rasguljai werde ich künftig meiden. Es liegt neben der Jelochow-Kathedrale in der historischen deutschen Siedlung (Nemezkaja Sloboda) und gilt als edles Restaurant mit gehobener, typisch russischer Küche. Das Gebäude – ein früheres Gutshaus und Kloster – und das Interieur sind beeindruckend. Essen und Bedienung waren jedoch enttäuschend. Die Hälfte der Gerichte aus dem Menü war gar nicht im Angebot, das Essen selbst schien aufgewärmt.

    3. Wo kaufen Sie ein?

    Der Danilowski-Markt an der Metrostation Tulskaja ist etwas für Feinschmecker. Hier gibt es Kirschen und Blaubeeren – auch im Winter -, frischen Fisch und hochwertiges Fleisch, hausgemachten Käse und Honig. Dazu unzählige Restaurants und Cafés mit verschiedener Küche. Die Preise sind relativ hoch, doch hier findet der Käufer das, was er sonst in Moskau nicht unbedingt bekommen kann. Das Ganze in angenehmer Atmosphäre.

    4. Wo schmeckt es Ihnen am besten?

    Das Café Florentini nahe der Metrostation Kurskaja ist mein liebstes Lokal, weil es gemütlich ist und dort eine super Pizza und eine tolle Pasta gemacht werden. Die Einrichtung ist stilvoll, aber zugleich leicht und nicht überladen. Für Eltern nicht ganz unwichtig: Im Florentini gibt es ein Spielzimmer für Kinder, die am Wochenende von einem Animateur unterhalten werden. Das Essen kann also in aller Ruhe genossen werden.

    5. Wo übernachten Ihre Gäste?

    Wenn man etwas vom alten Moskau sehen will, ist man wohl am besten in der Nähe von Kitai-Gorod untergebracht. Von hier aus ist es nicht weit bis zum Kreml und zum Roten Platz. Zugleich bietet die Gegend um die Straßen Marosejka, Pokrowka und den Tschistoprudny-Boulevard viele lebendige Cafés, Restaurants und Clubs.

    6. Wo haben Sie eine aufregende Nacht verbracht?

    Es ist zwar schon eine Weile her, aber in der Disco Wermel direkt hinter dem Hotel Baltschuk Kempinski am Moskwa-Ufer gegenüber dem Roten Platz habe ich eine aufregende Nacht verbracht. Die Musik war super, die Drinks waren okay, die Mädchen hübsch, aber nicht zu sehr aufgebrezelt und alle Gäste sehr entspannt.

    7. Wo sollte 2018 jeder hin?

    Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 sollte keiner verpassen. Es ist das erste Mal, dass das Großereignis nach Russland kommt. In Moskau wird gleich in zwei Stadien gespielt: im altehrwürdigen Olympiastadion Luschniki und in der neu errichteten Otkrytije-Arena, wo sonst der Moskauer Fußballklub Spartak seine Heimspiele austrägt. Die Russen sind gute Gastgeber, die Stimmung wird sicher top sein. (André Ballin, RONDO, 9.3.2018)

    • Moskauer Fernsehturm: Er überragt mit 540 Meter Höhe die russische Hauptstadt.
      foto: istock / mareandmare

      Moskauer Fernsehturm: Er überragt mit 540 Meter Höhe die russische Hauptstadt.

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      Kitai-Gorod: Das historische Viertel zeigt das alte Moskau.

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      Die Fußball-WM in Moskau sollte man nicht verpassen. Gespielt wird auch im altehrwürdigen Olympiastadion Luschniki

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