Zweite Firma bietet Knacken aktueller iPhones an

    6. März 2018, 12:25
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    Nach Cellebrite bietet nun auch Grayshift ein solches Service an – Unklar welche Lücke hierfür benutzt wird

    Vor wenigen Tagen sorgte ein Bericht von Forbes für einiges Aufsehen in der Apple-Welt. Hieß es darin doch, dass der israelische Geheimdienstzulieferer Cellebrite dazu in der Lage sei, alle aktuellen iPhones und iPads zu knacken. Nun wirbt noch ein zweiter einschlägiger Hersteller mit einem ähnlichen Versprechen.

    Lock Screen, geknackt

    Das US-Startup Grayshift bietet seinen Kunden die Entsperrung von iPhones mit dem aktuellen iOS 11 an. Das Unternehmen hat demnach also eine Sicherheitslücke gefunden, über die die Lock-Screen-Sperre der Apple-Geräte ausgehebelt werden kann.

    Überraschend ist dabei auch der Preis: Mit 15.000 US-Dollar ist dieser für solche Tools nämlich relativ moderat angesetzt. Darin enthalten sind 300 Entsperrungen, Kunden, die eine unlimitierte Nutzung benötigen, erhalten diese für 30.000 US-Dollar. Zum Vergleich: Celebrite verlangt angeblich pro Gerät 1.500 US-Dollar. In Relation zu dem, was noch im Vorjahr das FBI für das Entsperren des iPhones eines Attentäters ausgegeben hat, sind aber ohnehin beide Preise geradezu "Peanuts". Der Hack soll der US-Bundesbehörde damals nämlich rund 900.000 Dollar gekostet haben.

    Details

    Grayshift verspricht laut Forbes derzeit mit iOS 10 und 11 umgehen zu können, Support für das ältere iOS 9 soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeliefert werden. Unklar bleibt dabei allerdings, ob auch wirklich alle iOS 11-Versionen unterstützt werden, da man in dieser Hinsicht keinerlei Details liefert, die Marketingmaterialien legen dies aber zumindest nahe.

    Offen bleibt dabei, welchen Angriffsweg das Unternehmen wählt. Denkbar wäre etwa ein Angriff gegen jene "Secure Enclave" genannte Hardwarekomponente, die eigentlich dafür sorgen soll, dass nur eine geringe Anzahl von Versuchen zum Entsperren möglich ist – und so Brute-Force-Angriffe unterbinden soll, bei denen einfach unzählige Kombinationen ausprobiert werden. (apo, 6.3.2018)

    • Auch das iPhone X soll sich problemlos von Dritten entsperren lassen.
      foto: elijah nouvelage / ap

      Auch das iPhone X soll sich problemlos von Dritten entsperren lassen.

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