Goldbach legt vor Tamedia-Übernahme noch einmal kräftig zu

    6. März 2018, 11:41
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    Schweizer Werbevermarkter setzte 2017 440 Millionen Euro um

    Küsnacht – Vor der Übernahme durch die Mediengruppe Tamedia legt die Schweizer Werbevermarkterin Goldbach Group ihr bisher bestes Ergebnis vor. Der Reingewinn stieg im vergangenen Jahr um 34 Prozent auf 11,8 Mio. Franken (10,22 Mio. Euro), erstmals setzet sie mehr als 500 Millionen Franken um. Goldbach vermarktet auch in Deutschland und Österreich. Die Tamedia hält in Österreich die Mehrheit an "heute.at" und rund 25 Prozent an "Heute".

    Goldbach erwirtschaftete einen Umsatz von 511,5 Mio. Franken und damit 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr, wie sie am Dienstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 25,2 Prozent auf 37 Mio. Franken.

    Etwas aufs Ergebnis gedrückt haben allerdings Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme durch Tamedia: 1,5 Mio. Franken gab Goldbach für Dienstleistungen im Bereich der Transaktions- und Rechtsberatung aus. Ansonsten hätten sämtliche Geschäftsbereiche zum Wachstum beigetragen, hieß es.

    Am stärksten zugelegt hat das Werbevermarktungsgeschäft in Deutschland: Es konnte den Umsatz um 67 Prozent auf 13,6 Mio. Franken steigern. Das seit drei Jahren bestehende Münchner Unternehmen habe sein Vermarktungsinventar erweitert und sich auf dem Markt etabliert, schreibt die Gruppe. Deutlich zugelegt habe auch die auf Werbung für Handys spezialisierte Berliner Jaduda GmbH.

    Die Schweiz bleibt aber der umsatzmäßig wichtigste Markt. Der Umsatz legte hier um 2,3 Prozent auf 457,6 Mio. Franken zu. Besonders erfreulich habe sich das Segment TV-Vermarktung entwickelt, heißt es in der Mitteilung. Dort schloss Goldbach mehrjährige Verträge mit der Mediengruppe RTL Deutschland, SevenOne Media (Schweiz), der 3Plus Gruppe sowie den AZ Medien und dem Web-TV-Anbieter Wilmaa ab.

    Im Online-Geschäft wandte sich Goldbach vom Vermittlungsgeschäft ab und fokussierte sich auf das Vermarktungsgeschäft. So vermarktet der Bereich Goldbach Audience das Online-Inventar der RTL Mediengruppe Deutschland und von SevenOne Media in der Schweiz sowie seit Anfang 2017 das Video-Inventar von Tamedia.

    Diese Neuorientierung habe zwar zu einem um 6,7 Millionen tieferen Umsatz im Online-Geschäft geführt, schreibt Goldbach. Allerdings habe dadurch die Marge erhöht werden können.

    Digital neu sortiert

    Die auf Marketing spezialisierte Digital-Agentur Goldbach Interactive sei 2017 restrukturiert und repositioniert worden, hieß es weiter. Sie habe Neukunden gewonnen und bestehende Mandate ausgeweitet und sei nun in die Gewinnzone zurückgekehrt. So legte der Umsatz im Bereich Marketing Services um 5 Prozent auf 31,3 Mio. Franken zu.

    Die Übernahme von Goldbach durch die Zürcher Mediengruppe Tamedia war kurz vor Weihnachten bekannt geworden. Tamedia publizierte am 2. Februar das Angebot für die Übernahme sämtlicher Goldbach-Aktien zu 35,50 Franken pro Aktie; der Kaufpreis beläuft sich insgesamt auf 216 Mio. Franken. Im April soll die Übernahme zustande kommen, allerdings steht ein Entscheid der Eidgenössischen Wettbewerbskommission noch aus.

    Allfällige Dividenden sollen vom Kaufpreis abgezogen werden, wie es in der Goldbach-Mitteilung heißt. Deshalb beantrage der Verwaltungsrat der Generalversammlung, in diesem Geschäftsjahr keine Dividende auszuschütten.

    Es dürfte einer der letzten Anträge des aktuellen Goldbach-Verwaltungsrates sein: Sämtliche Verwaltungsräte werden ab Vollzug der Übernahme von ihren Ämtern zurücktreten. Neuer Verwaltungsratspräsident soll Tamedia-CEO Christoph Tonini werden, weiter werden Tamedia-Finanzchef Sandro Macciacchini sowie der Leiter Werbung und Pendlermedien von Tamedia, Marcel Kohler, zur Wahl vorgeschlagen.

    Die Goldbach Gruppe soll als eigenständiges Unternehmen innerhalb von Tamedia weitergeführt werden. CEO von Goldbach bleibt Michi Frank, der Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia wird. Zu einem Personalabbau solle es nicht kommen. (APA, sda, 6.3.2018)

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