Weinstein-Anwalt: Sex zugunsten der Karriere ist keine Vergewaltigung

    6. März 2018, 08:57
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    Ben Brafman vertrat schon Dominique Strauss-Kahn. Das Verhalten seines Mandanten sei typisch für die jahrelangen Gepflogenheiten der Filmbranche

    London – Harvey Weinsteins Anwalt versucht die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ehemaligen Hollywood-Mogul zu entkräften. "Wenn eine Frau beschließt, sie muss mit einem Hollywood-Produzenten Sex haben, um ihre Karriere voranzubringen, es dann auch tut und es widerwärtig findet, dann ist das keine Vergewaltigung", sagte Ben Brafman der "Times" vom Samstag. Vielmehr sei es eine "bewusste Entscheidung", sich zugunsten der Karriere darauf einzulassen.

    Mehr als hundert Frauen, darunter zahlreiche Stars, werfen dem ehemals mächtigen Filmproduzenten vor, sie sexuell belästigt oder vergewaltigt zu haben. Der 65-Jährige lässt laut Medienberichten derzeit seine Sexsucht therapieren, beteuert aber, gegenüber Frauen nicht sexuell gewalttätig gewesen zu sein.

    Prominenter US-Strafverteidiger

    Weinstein hatte nach der Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen in Großbritannien und den USA den US-Strafverteidiger Brafman angeheuert, der als Verteidiger des ehemaligen Chefs des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, in der Zimmermädchen-Affäre international bekannt wurde.

    In dem Interview weist Brafman darauf hin, dass das Verhalten seines Mandanten typisch für die jahrelangen Gepflogenheiten der Filmbranche gewesen sei: "Harvey Weinstein hat die Casting-Couch nicht erfunden."

    Weinstein und sein Oscar

    Auch wenn Weinstein an der Oscar-Verleihung am Sonntag nicht teilnahm, erinnert eine kürzlich errichtete Skulptur mit dem Titel "Casting-Couch" nahe dem Veranstaltungsort an den Skandal, der inzwischen eine breite Debatte über sexuelle Übergriffe im Filmgeschäft losgetreten hat. Die von Plastic Jesus und Joshua Monroe geschaffene Skulptur zeigt einen im Bademantel auf einer Couch sitzenden Weinstein, der eine Oscar-Statue in der Hand hält. (APA, AFP, 6.3.2018)

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