Der ORF in eigener Sache

Kommentar5. März 2018, 17:20
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"Im Zentrum" wurden am Sonntag Fakten gecheckt. Das Niveau war außerirdisch

Faktenchecks sind zu einem beliebten Stilmittel geworden. User, Seher, Hörer, Leser schätzen es, wenn diverse Botschaften auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft werden. Sonntagabend wurden "Im Zentrum" Fakten gecheckt. Das Niveau war außerirdisch, was schon mit der Fragestellung begann: Stimmt es, dass kaum jemand mehr den ORF nutzt? Stimmt es, dass der ORF vor allem US-Serien und -Filme zeigt? Stimmt es, dass die ORF-Gebühren am höchsten sind? Ein dreifaches Nein war die Antwort.

In Anwesenheit des ORF-Generaldirektors will man nicht allzu viele Angriffsflächen bieten und sich lieber ein paar Suggestivfragen auf genehme Weise selbst beantworten. Dabei hat Servus-Talker Michael Fleischhacker gerade ein zentrales Thema angeschnitten: Ist der ORF das einzige TV-Medium, das qualitativ hochwertigen Journalismus betreibt? Doch anstatt die Frage zu beantworten, wurde Fleischhacker aus- und die Belangsendung namens Faktencheck eingeblendet. Vorrang für in eigener Sache.

Wir wissen jetzt also: Der ORF hat viele Kunden, bringt viel Information, Sport und Kultur und ist darüber hinaus auch noch billig. Glatte Themenverfehlung. Thema sind Qualität, Unabhängigkeit, Kosten, Grenzen des Kommerzes und Alleinstellung gegenüber Privaten. Hier fehlen Antworten, daran ändern weder Werbebeiträge noch Allgemeinplätze von Alexander Wrabetz etwas. Auch dann nicht, wenn sie im Ö1-"Morgenjournal" wiederholt werden. (Andreas Schnauder, 5.3.2018)

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