Mit Lebensmittelallergien leben lernen

    6. März 2018, 06:00
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    Wer bestimmte Lebensmittel nicht zu sich nehmen darf, muss seinen Alltag darauf ausrichten – eine Studie ermittelt, welcher Menschentyp sich dabei schwertut

    Wissenschaftler der University of Otago in Neuseeland haben neue Erkenntnisse im Bereich der Lebensmittelallergien erlangt, die Betroffenen helfen können, ihre Lebensqualität signifikant zu verbessern. Die Forscher konnten belegen, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale den Umgang mit den alltäglichen Problemen einer Lebensmittelallergie beeinflussen.

    Das interdisziplinäre Wissenschaftsteam des Department of Psychology von Tamlin Conner und des Department of Food Science unter der Leitung von Rana Peniamina, Miranda Mirosa und Phil Bremer wollte herausfinden, wie Erwachsene mit Lebensmittelallergien die damit verbundenen Herausforderungen im Alltag bewältigen, und ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale diese Herausforderungen verstärken.

    "Diese Studie untersucht, wie sich individuelle Unterschiede auf den Umgang mit Lebensmittelallergien auswirken", so Connor. In der Studie wurden Neurotizismus, Extravertiertheit, Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit als Persönlichkeitsmerkmale definiert.

    Suche nach verträglichen Lebensmitteln

    An der 14-tägigen Studie nahmen insgesamt 108 Erwachsene teil, die an einer diagnostizierten Lebensmittelallergie leiden. Sie füllten täglich eine Online Befragung aus, die 25 tägliche Lebensmittelproblemfelder, das Stresslevel und die Stimmung abfragte. Laut Conner konnten die Ergebnisse die Hypothesen des Wissenschaftsteams nicht bestätigen. "Wir waren überrascht, dass Neurotizismus nicht zu steigenden Problemen mit der Allergie führte oder zu schlechterer Stimmung an Tagen mit mehr Allergieproblemen. Im Gegenteil: das Persönlichkeitsmerkmal Offenheit führte zu vermehrten Problemen – beispielsweise zu Hungergefühl, da möglicherweise nicht genug "sicheres" Essen zur Verfügung steht oder dass nicht ausreichend angemessene Lebensmittel beim Einkauf gefunden werden können.

    Desweiteren entstanden Ängste bei gemeinschaftlichen Ereignissen, die Nahrungsmittel beinhalten oder weil man sich ausgeschlossen und fehlverstanden fühlt." "Es scheint, dass die Anforderungen an den Umgang mit Lebensmittelallergien (Routine, Vorsicht und Konsum der bekannten Lebensmittel) in direktem Konflikt mit einer offenen Persönlichkeit stehen. Dem liegt zugrunde, dass offene Persönlichkeiten nach Erkundung, Vielfalt und neuen Erfahrungen streben", so Conner. Sie hofft, dass die Erkenntnisse Menschen helfen werden zu verstehen, wie sich die Persönlichkeit auf den Umgang mit den Lebensmittelallergien auswirkt.

    Sich selbst kennen

    Eine Empfehlung: "Offene" Menschen könnten beispielsweise ihr Verlangen nach Vielfalt im Bereich von Musik oder Film ausleben, anstatt bei Lebensmitteln. Sie könnten zudem Reserve-Lebensmittel parat haben für den Fall, dass sie spontan das Verlangen danach haben. Unsere Erkenntnisse können auch Eltern dabei helfen, das Verhalten ihrer Kinder, die unter Lebensmittelallergien leiden, zu verstehen.

    "Offene" Kinder könnten beispielsweise das erhöhte Verlangen nach neuen Lebensmitteln haben, die für sie aber riskant sein könnten. Mit diesem Wissen können die Eltern versuchen, diese Herausforderungen zu mildern und die Häufigkeit zu reduzieren." Die Organisation Allergy New Zealand sagt, dass Lebensmittelallergien eine signifikante Last für viele Menschen darstellt. (red/idw, 5.3.2018)

    • Wenn bestimmte Lebensmittel plötzlich verboten sind: Je offener Menschen sind, umso schwerer fallen solche Gebote.
      foto: istockphoto

      Wenn bestimmte Lebensmittel plötzlich verboten sind: Je offener Menschen sind, umso schwerer fallen solche Gebote.

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