90. Oscars: Was ist ein "Inclusion Rider"?

    5. März 2018, 12:54
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    Gemeint ist eine Klausel in Verträgen, mit der man bei der Besetzung von Rollen oder der Anstellung von Mitarbeitern bei Drehs mehr Vielfalt verlangen kann. Einflussreiche Stars sollen solche Bedingungen aushandeln

    Hollywood – Mit einer Anspielung hat Frances McDormand als frisch gekürte Oscar-Preisträgerin als Beste Hauptdarstellerin bei der Verleihung in Hollywood Rätsel aufgegeben. Sie habe zwei Worte für das Publikum, sagte sie am Ende ihrer Dankesrede: "Inclusion Rider". Im Netz machte schnell der Hashtag #inclusionrider die Runde.

    Vor Journalisten erklärte McDormand nach ihrem Gewinn, was sie mit diesen Worten meinte. Beim "Inclusion Rider" gehe um eine Klausel in Verträgen, dass man bei der Besetzung von Rollen oder der Anstellung von Mitarbeitern bei Drehs mehr Vielfalt verlangen könne. Sie selbst habe von der Existenz dieser Klausel erst vergangene Woche erfahren, sagte McDormand. Man könnte also darauf pochen, dass bei Filmprojekten mehr Frauen oder Minderheiten beschäftigt werden.

    washington post

    Die US-Professorin Stacy Smith von der University of Southern California, Expertin für Gleichberechtigung in Film und Fernsehen, erläutert das Prinzip dieser Klausel in der New York Times so: Die Idee beruhe darauf, dass die Besetzung der Filmprojekte die Anteile in der Bevölkerung widerspiegeln sollte, also etwa 50 Prozent der Rollen und Crew-Arbeitsplätze mit Frauen zu besetzen seien, aber auch Minderheiten der Gesellschaft in wahrheitsgemäßem Ausmaß repräsentiert werden. Hochkarätige und einflussreiche Stars könnten solche Bedingungen aushandeln und damit zu mehr Vielfalt im Filmbereich beitragen, so Smith. (APA, red, 5.3.2018)

    • Sie hat eine neue Debatte um Gleichberechtigung losgetreten: Frances McDormand.
      foto: apa/afp/frederic j. brown

      Sie hat eine neue Debatte um Gleichberechtigung losgetreten: Frances McDormand.

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