Von #MeToo zu #WirTun

Einserkastl4. März 2018, 19:10
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Solidaritätsbekundungen allein reichen nicht. Frauen und ihre Kinder, die in Österreich von Gewalt und Obdachlosigkeit bedroht sind, können jetzt konkrete Hilfe und Unterstützung erwarten

Die so unerwartet aufgetauchte #MeToo-Bewegung hat vieles ausgelöst. Im Großen und Ganzen war es etwas sehr Wichtiges und Neues. Die Zeit war reif für Widerspruch und Selbstermächtigung, die Zeit der stillen Duldung war vorbei. Die wildesten Unblüten von #MeToo, wie beispielsweise die Zensur historischer Werke, haben glücklicherweise schnell Grenzen gesetzt bekommen.

Die historische Wichtigkeit der Bewegung aber bleibt, was sie ist: eine wesentliche Fokusschärfung auf die Opfer von Missbrauch und Gewalt, die bis jetzt aus Scham schwiegen. Sie ist eine Solidaritätserklärung mit denen, die davon betroffen sind.

Doch Solidaritätsbekundungen allein reichen nicht. Worte reichen leider nie. Frauen und ihre Kinder, die in Österreich von Gewalt und Obdachlosigkeit bedroht sind, können jetzt ganz konkrete Hilfe und Unterstützung erwarten. Keine Frau sollte alleingelassen werden – weder auf der Straße noch in einer gewalttätigen Beziehung, die sie aus Angst vor Obdachlosigkeit nicht zu verlassen wagt.

Denn aus #MeToo ist nun #WirTun entstanden: ein Fonds, den die Caritas und Österreichs First Lady ins Leben gerufen haben. Der Fonds ist ausschließlich für Frauen gedacht – Frauen, die bereits in Betreuung sind, aber auch solche, die erst auf ein Notquartier warten. Sie sollen endlich für sich sprechen können. Laut. Und sie müssen unbedingt gehört werden. (Julya Rabinowich, 4.3.2018)

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