US-Gericht weist Klage gegen VW ab

4. März 2018, 08:41
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Investoren sehen in Abgasskandal Chance auf Geld – Börsengang der LKW-Sparte möglich

Wolfsburg – Im Streit über den Abgasskandal von Volkswagen hat ein US-Bundesgericht in Kalifornien eine Klage von Anleiheinvestoren abgewiesen. Sie könnten innerhalb von 30 Tagen eine abgeänderte Klage einreichen, sagte Richter Charles Breyer. Die rechtlichen Anforderungen seien jedoch hoch. Breyer hatte im Juli mehrere Klagepunkte der Anleiheninvestoren gebilligt, andere aber verworfen.

Von dem Rechtsstreit betroffen ist auch der frühere Konzernchef Martin Winterkorn, der kurz nach Bekanntwerden der Affäre im Herbst 2015 zurücktrat. Gegen das Wolfsburger Unternehmen klagen institutionelle Investoren, die 2014 und 2015 VW-Anleihen im Wert von 8,3 Milliarden Dollar (6,74 Mrd. Euro) gekauft hatten.

Eine VW-Sprecherin begrüßte die Entscheidung des Gerichts, die Sammelklage nicht zuzulassen. Der Konzern hat bereits eingewilligt, wegen des Dieselskandals in den USA 25 Milliarden Dollar zu zahlen. Zudem hat VW angeboten, 500.000 betroffene Autos zurückzukaufen. Den ersten Prozess hat Volkswagen kürzlich mit einem Vergleich abgewendet. Beim Oberlandesgericht Braunschweig sind rund 1600 Klagen anhängig, nahezu alle von institutionellen Anlegern. Investoren aus der ganzen Welt fordern neun Milliarden Euro an Schadenersatz. VW erklärte gegenüber dem Gericht, nicht gegen Finanzmarktregeln verstoßen zu haben.

Möglicher Börsengang der LKW-Sparte

Volkswagen trifft indes einem Zeitungsbericht zufolge Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte. Noch in diesem Monat solle mit der Umwandlung der Volkswagen Truck & Bus GmbH in eine Aktiengesellschaft das Fundament dafür geschaffen werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise vorab aus seiner Montagausgabe.

Eine Sprecherin der LKW-Sparte wollte sich am Sonntag nicht dazu äußern. Sie verwies auf frühere Anmerkungen von Managern, wonach ein Börsengang eine der Optionen sei.

Final beschlossen sei der Börsengang nicht, berichtete das "Handelsblatt". Dazu seien noch weitere Beschlüsse des Vorstands und des Aufsichtsrats nötig und der Betriebsrat müsste eingebunden werden. Dies solle in den kommenden Wochen geschehen. Eine solche Transaktion könnte der zweitgrößte Börsengang der vergangenen Jahre nach der Siemens-Tochter Healthineers werden und VW nach Einschätzung von Experten einen zweistelligen Milliardenbetrag in die Kassen spülen, hieß es weiter. (APA, 4.3.2018)

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