Austria erhebt sich aus dem Sumpf

3. März 2018, 20:23
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Erfolgreiches Debüt für Trainer Letsch – Erster Sieg im Frühjahr und erst dritter Ligaerfolg der Violetten in vergangenen 15 Runden

Wien – Die Austria hat beim Debüt von Neo-Trainer Thomas Letsch den ersten Sieg im Frühjahr eingefahren. Die Wiener setzten sich am Samstag gegen den Wolfsberger AC verdient, aber ohne zu glänzen mit 2:0 (1:0) durch. Während der siebentplatzierten Austria nun vorerst neun Zähler auf einen Europacup-Fixplatz fehlen, blieb der Vorsprung des WAC auf Schlusslicht St. Pölten bei zehn Punkten konstant.

Raphael Holzhauser mit einem sehenswerten Freistoß (18.) und Dominik Prokop (53.) trafen für die "Veilchen", die in vier Runden im neuen Jahr zuvor nur einen Punkt geholt hatten. Tarkan Serbest sah bei den Siegern im Finish die Gelb-Rote Karte (82.). Es war der erst dritte Ligaerfolg der Austria in den vergangenen 15 Runden, der zweite gegen den WAC. Die Lavanttaler boten offensiv wenig, sie halten nach fünf Frühjahresspielen bei bescheidenen zwei geschossenen Treffern.

Gegen von Erfolgserlebnissen ebenfalls nicht verwöhnte Wolfsberger startete die Austria wie von Letsch angekündigt. Die Hausherren störten den Spielaufbau der Pfeifenberger-Elf früh, Holzhauser agierte im Mittelfeld deutlich offensiver als noch unter Thorsten Fink. Der WAC verbuchte in den ersten zehn Minuten zwar schon drei Eckbälle, war aber in erster Linie beschäftigt, den Ball in den eigenen Reihen zu halten.

Holzhauser aus der Distanz erfolgreich

Nach einer verunglückten Kopfballrückgabe von Daniel Offenbacher hätte die Austria bereits vorlegen müssen. Alexander Kofler parierte aber gegen Lucas Venuto (13.). Fünf Minuten später war die Austria-Führung perfekt: Nach einem Foul von Igor an Prokop verwertete Holzhauser aus etwas mehr als 20 Metern mit seinem starken linken Fuß unhaltbar für Kofler.

Letsch, der immer wieder Anweisungen gab, spendete an der Outlinie Beifall. Der 49-Jährige vertraute bei seinem Einstand auf fast all jene Akteure, die auch zuletzt gespielt hatten. Einzig der 18-jährige Alexandar Borkovic agierte in der Innenverteidigung einigermaßen überraschend. Die Bank besetzte Letsch laut eigener Aussage offensiv – angesichts des Muss-Sieges gegen die Wolfsberger, bei denen Winterzugang Sasa Jovanovic erstmals von Beginn an spielte, kein Wunder.

Zwischendurch Schonkost

Das 1:0 ließ den Offensivdrang der Austria dennoch verebben. Bis zur Pause boten beide Mannschaften wenig Kreatives. Ein Holzhauser-Fernschuss doch deutlich über das Gehäuse (38.) hüben sowie ein verunglückter Abschluss von Majeed Ashimeru (44.) drüben waren Highlights.

Bei der Austria machte Borkovic wegen muskulären Problemen im Oberschenkel nach Seitenwechsel für Michael Blauensteiner Platz. Schon früh gelang den Violetten dann eine Vorentscheidung. Prokop setzte Monschein ein, dessen Hereingabe wieder den Weg zum aus kurzer Distanz erfolgreichen Prokop fand. Elf Minuten später hätte Holzhauser einen Freistoß-Doppelpack fast perfekt gemacht: Kofler blieb regungslos, als der Ball an die Stange klatschte.

Die Austria fuhr am Ende einen ungefährdeten Sieg ein. Felipe Pires scheiterte noch an Kofler (76.), ehe der bereits verwarnte Serbest vom Feld musste. Der WAC war bemüht, richtige Chance erarbeiteten sich die Gäste aber keine mehr. (APA, 3.3.2018)

Bundesliga, 25. Runde:

Austria Wien – Wolfsberger AC 2:0 (1:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 5.012, SR Drachta.

Tore:
1:0 (18.) Holzhauser
2:0 (53.) Prokop

Austria: Pentz – Klein, Madl, Borkovic (46. Blauensteiner), Stangl (64. Salamon) – Serbest – Venuto (85. De Paula), Prokop, Holzhauser, Pires – Monschein

WAC: Kofler – Sollbauer, Rnic, Igor – Frieser, Zündel (75. Ouedraogo), Offenbacher, Wernitznig (60. Flecker) – Ashimeru – Gschweidl (46. Orgill), Jovanovic

Gelb-Rote Karte: Serbest (82./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Keine

Stimmen

Thomas Letsch (Trainer Austria): "Wir haben uns zu Beginn schwergetan, haben nicht richtig Zugriff bekommen. Aber es war schon nach wenigen Minuten besser und wir haben das in den Griff bekommen. Wir hatten dann Chancen, waren aber nicht zwingend. Das Freistoßtor war dann der Türöffner, das hat der Mannschaft gut getan. Wir hatten dann noch die eine oder andere Chance, noch weitere Tore zu erzielen. Ich bin sehr zufrieden, es war sehr wichtig, zu gewinnen. Auch, dass wir zu Null gewonnen haben. Wir haben im Vorfeld gesagt, dass die Mannschaft Leidenschaft an den Tag legen soll. Unter dem Aspekt bin ich sehr zufrieden."

Heimo Pfeifenberger (Trainer WAC): "Wir sind ins Spiel gut reingekommen. In den ersten Minuten haben wir der Austria fast keine Möglichkeiten gegeben, die eine war ein Rückpass von uns. Das Freistoßtor hat das Spiel in eine andere Richtung gebracht. Ich denke, es war kein Foul. Wir haben dann alles probiert, auch mit Systemumstellungen. Aber die Austria war im Konter gefährlich. Wir sind nicht richtig zwingend geworden. Die Austria hat letztendlich verdient gewonnen. Unser Offensivspiel ist schon lange Thema. Wir schießen zu wenig Tore."

  • Erster Sieg im Frühjahr für die Austria.
    foto: apa/hans punz

    Erster Sieg im Frühjahr für die Austria.

  • Gekommen, gewonnen: Neo-Trainer Thomas Letsch feierte einen gelungenen Einstand.
    foto: apa/hans punz

    Gekommen, gewonnen: Neo-Trainer Thomas Letsch feierte einen gelungenen Einstand.

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