Opel Insignia GSi: Immer in Bewegung bleiben

    4. März 2018, 11:19
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    Drei Buchstaben, zwei Motoren, zwei Karosserievarianten, eine Ansage: Opel belebt mit dem Insignia das sportlicheTraditionskürzel GSi

    Marseille – Manta und Kadett fallen einem vor allem ein, wenn bei Opel das Kürzel GSi fällt. Fand sich das weiland auf besagter Gerätschaft, durfte man von sportlichem Habitus ausgehen. Zwischendurch befand sich GSi im Dornröschenschlaf, jetzt wird es wieder geweckt, und zwar als derzeit dynamischster Insignia.

    foto: opel
    Legt ihn tiefer: Gegenüber den Normalo-Insignias duckt sich der GSi einen Zentimeter flacher.

    Aber halt, stand für potente Ware unterm Blitz-Signet nicht OPC, was für Opel Performance Center steht (und nicht, wie Witzbolde uminterpretierten, für eine Vorwegnahme der neuen Verhältnisse: Opel Peugeot Citroën)?

    "Im Prinzip ja", hätte Radio Eriwan geantwortet – und antwortet bei Opel konkret Programmdirektor Volker Strycek. Aber um genau zu sein, wird GSi jetzt als mittlere Hochleistungseskalationsstufe installiert, ähnlich wie GTI bei VW – deren "R" entspräche bei Opel OPC. Als nächster GSi folgt im Sommer schon der Corsa.

    foto: opel
    Der GSi ist wie der GTI, noch nicht der Bösheit letzter Streich.

    Beim Insignia ging es um subtile Anschärfung des unmittelbar Greifbaren. Greifbar waren der 2,0-Liter-Turbo-Benziner mit 260 PS und der 2,0-Liter-Diesel mit 210 PS. Allrad war ebenfalls im Regal vorhanden: immer her damit. Und was macht ein Sportler beim Sprint? Er beugt sich vor. Analog dazu wurde das Fahrwerk um einen Zentimeter abgesenkt und auch sonst in der Abstimmung nachjustiert. Für Auge und Gemüt halten dann noch die modifizierte Schürze und ein schicker Doppelrohrauspuff her.

    foto: opel
    Apropos analog, hier der Tourenzähler des GSi.

    Ja, und weil der Insignia sowieso gegenüber dem früheren Insignia OPC mit V6-Benziner und 325 PS um 150, 160 Kilo weniger auf die Waage bringt, fährt er sich laut Opel sogar flotter als jener. Zwölf Sekunden nehme der GSi dem alten OPC auf der Nürburgring-Nordschleife ab, versichert Strycek leuchtenden Auges.

    Erfahrungswerte

    Was er nun tatsächlich kann, war soeben im Michelin-Testgelände Fontange und im provenzalischen Umland – zu erfahren, buchstäblich natürlich. Erstens einmal passt schon der Spruch. Nicht brachial, aber auch nicht zu dezent, mit sonorer Stimme spricht er zu uns, der Turbo-Otto.

    foto: opel
    Sportsitze gibt es natürlich auch.

    Dann, weil sie uns auch über eine bewässerte Handlingstrecke schickten, war da der Eindruck, dass sich das Teil wunderbar präzise fährt, auch bei deaktivierter Traktionskontrolle und ESP. Was nicht nur daran liegt, dass die Ingenieure ganze Arbeit am straffen, adaptiven FlexRide-Fahrwerk geleistet haben, sondern auch daran, dass sie dem Allradantrieb eine spezifische Abstimmung mitgegeben haben; das Torque-Vectoring-System – ein echtes, nicht elektronisch simuliertes – ist dabei eine echte Stütze, untersteuern ist dadurch praktisch eliminiert. Dass die GSis am Testgelände Sportpatschen Marke Michelin Pilot Sport 4 S angeschnallt hatten, tat ein Übriges, die Brembo-Vierkolbenbremsen vorn auch, wenn es ums Verzögern ging. Würde noch die Acht-Gang-Wandlerautomatik von Aisin einen Tick schneller reagieren, wäre das Gesamtpaket perfekt.

    foto: opel
    Die Achtgang-Automatik kann man auch vom Lenkrad aus bedienen.

    "Präzise, scharf, macht Spaß, Hut ab", kommentierte der rennsportbegeisterte PSA-Konzern- und damit auch Opel-Chef Carlos Tavares. Na wenn sogar der Chef es sagt, ist gewiss was dran. Nein, im Ernst? Feine Gerätschaft. (Andreas Stockinger, 4.3.2018)

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    Opel

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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