Nach Bekanntwerden von Hack: Deutsche Regierung sucht undichte Stelle

    2. März 2018, 14:12
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    Verärgerung über Leak der Attacke – interne Untersuchung eingeleitet

    Nach den Medienberichten über den Hackerangriff auf das Netz der Bundesverwaltung sucht die Bundesergierung nach der undichten Stelle. Man sei "sehr darüber verärgert, dass es zu dieser Berichterstattung gekommen ist und zu dem dahinterliegenden Vertrauensbruch", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Johannes Dimroth, am Freitag in Berlin.

    Es werde intern geprüft, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um Klarheit zu erhalten, wo die verantwortliche Stelle innerhalb der Bundesregierung oder einem der Geschäftsbereiche liege. "Ganz konkret prüfen wir derzeit auch, ob es insoweit sinnvoll ist, eine entsprechende Strafanzeige zu erstatten."

    Durch Medienberichte bekanntgeworden

    Der schon seit mehreren Monaten laufende Vorgang war über Medienberichte bekanntgeworden. Geheimdienstkontrolleure des Bundestags hatten sich deshalb über eine mangelnde Information durch die Bundesregierung beklagt. Laut Innenminister Thomas de Maiziere wurde der Angriff isoliert und unter Kontrolle gebracht, der hochprofessionelle Angreifer aber eine zeitlang weiter beobachtet. Dimroth bekräftigte: "Die akute Gefahr wurde unmittelbar nach Bekanntwerden abgewendet."

    Der Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob der Hackerangriff noch laufe. Hierzu lasse sich keine hundertprozentige Antwort mit Ja oder Nein geben. Zugleich verteidigte er die Entscheidung, die Informationen zunächst in einem sehr kleinen Kreis zu belassen. In den Bundestagsgremien seien den Abgeordneten die Gründe dafür dargelegt worden. Dimroth bestätigte, dass über den betroffenen Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB) nicht hochgeheime Dokumente ausgetauscht würden, sondern maximal Verschlusssachen mit der Kennzeichnung "Nur für den Dienstgebrauch".

    Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von einem "sicherheitsrelevanten Vorfall". Das zuständige Bundesamt und die Nachrichtendienste seien dabei, ihn auszuwerten und Lehren zu ziehen. (Reuters, 02.08.2018)

    • Die Regierung ist über den Leak ganz und gar nicht erfreut.
      foto: reuters

      Die Regierung ist über den Leak ganz und gar nicht erfreut.

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