Krypto-Investor: "Bitcoin ist im Begriff zu scheitern"

2. März 2018, 14:27
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Bei Anlegern wächst die Skepsis über die Zukunft von Bitcoin. Andere Kryptowährungen gewinnen an Bedeutung

Wien – Kyle Samani ist kein Feind von Krypowährungen. Schließlich investiert er als Veranlagungschef des Kryto-Hedgefonds Multicoin Capital schon lange in diesem Bereich. Für die Zukunft von Bitcoin ist er im Gegensatz zu einigen Pendants allerdings nicht positiv gestimmt. "Ich denke, Bitcoin ist im Begriff zu scheitern", sagte er der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Dementsprechend habe er nur eine recht kleine Position der größten Kryptowährung in seinem Fonds.

Seine Prognose begründet Samani mit der abnehmenden Dominanz unter den Kryptowährungen: "Händler, Zahlungsabwickler und Online-Casinos sind dabei, sich von Bitcoin abzuwenden." Viele Websites, die früher nur Bitcoin akzeptiert hätten, würden nun auch Zahlungen in etlichen anderen Kryptowährungen annehmen. Tatsächlich hat sich dessen Bedeutung in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verringert. Damals machte der Gesamtwert von Bitcoin rund 85 Prozent des Marktes an Kryptowährungen aus, derzeit sind es laut coinmarketcap.com nur noch rund 40 Prozent.

Transaktionen nehmen ab

Zudem haben sich in den vergangenen Wochen, unabhängig von der Kursentwicklung, die täglichen Bitcoin-Transaktionen deutlich verringert. Waren es Mitte Dezember, als der Kurs bei rund 20.000 Dollar seinen bisherigen Höchstwert errreichte, noch beinahe 400.000 Transaktionen pro Tag (bezogen auf einen einwöchigen Durchschnitt), so hat sich dieser Wert in der vergangenen Woche auf nur noch 200.000 verringert – und das, obwohl sich der Kurs zuletzt von seinem Tief bei rund 6.000 auf nunmehr knapp 11.000 Dollar wieder merklich erholt hat.

Keine guten Nachrichten für Bitcoin-Optimisten sind das in den Augen von Charles Morris von der Anlagegesellschaft Newscape Capital Group, die ebenfalls in Kryptowährungen investiert. "Wir hatten einen Hype, der sich nun abkühlt", sagt er und fügt hinzu: "Wir könnten gerade dabei sein, einen Bärenmarkt zu beginnen." Damit meint er eine längere Phase tendenziell sinkender Kurse

Schneller bei verringerten Kosten

Positiv macht sich die Entwicklung in der Dauer bis zur Bestätigung einer Bitcoin-Transaktion sowie deren Kosten bemerkbar, die zuletzt beide wieder deutlich abgenommen haben. Dabei dürfte sich aber auch niedergeschlagen haben, dass zuletzt die größte US-Kryptobörse Coinbase ein Software-Update, das sogenannte Segwit-Protokoll, aktiviert hat.

Dementsprechend sieht nicht jeder für die Zukunft von Bitcoin schwarz. "Wir haben eine Altlast durch die zu langsamen und zu teuren Transaktionen", sagt der New Yorker Krypto- und Blockchain-Investor David Drake. "Es wird eine Zeit dauern, bis die Leute das vergessen, aber sie werden zurückkommen." Sein Kursziel bis Jahresende lautet daher auf 35.000 Dollar je Bitcoin. (Alexander Hahn, 2.3.2018)

  • Bitcoin hat schon bessere Zeiten erlebt, die Euphorie ist verflogen, bei Investoren wächst die Skepsis.
    foto: apa/afp/jack guez

    Bitcoin hat schon bessere Zeiten erlebt, die Euphorie ist verflogen, bei Investoren wächst die Skepsis.

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