Toter in Kofferraum: Italiener des Mordes schuldig gesprochen

2. März 2018, 19:31
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42-Jähriger soll Autoverkäufer getötet haben – Lebenslang für Angeklagten, Urteil nicht rechtskräftig

Innsbruck – Ein 42-jähriger Italiener ist am Freitag am Landesgericht Innsbruck unter anderem wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Beschuldigte soll laut Anklage im Zuge eines Autokaufs den Verkäufer zunächst verletzt, gefesselt, mit einem Schlafmittel betäubt und letztendlich getötet haben. Die Leiche des 47-jährigen Tirolers war im Kofferraum eines Autos entdeckt worden.

Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig. Die Geschworenen sprachen den 42-Jährigen einstimmig wegen Mordes schuldig. Der Italiener hatte sich zu Prozessbeginn nicht schuldig bekannt. Er belastete einen Bekannten und beharrte bis zuletzt darauf, dass dieser den Tiroler getötet habe. Der Angeklagte wurde außerdem wegen Freiheitsentziehung, Raub, Urkundenunterdrückung sowie Störung der Totenruhe verurteilt.

Beschuldigter flüchtete

Zwei Zeugen berichteten vor Gericht, dass sie mit dem Beschuldigten im Zuge eines Autokaufs zu einer Zulassungsstelle nach Bozen in Südtirol gefahren seien. Beide gaben an, dass sie, nachdem sie mit dem Italiener gemeinsam etwas in einem Lokal in Bozen getrunken hatten, sich plötzlich unwohl und schläfrig gefühlt hatten. Eine Zeugin meinte sogar, dass sie gesehen hätte, wie ihr der Italiener etwas in ihre Wasserflasche gefüllt habe. Der Angeklagte selbst bestritt, etwas Derartiges getan zu haben.

Der Italiener wird verdächtigt, den 47-Jährigen am 14. Februar des vergangenen Jahres bei einem Autogeschäft getötet zu haben. Danach soll er die Leiche im Kofferraum seines Autos versteckt haben. Der Beschuldigte selbst flüchtete, sein Auto ließ er aber in Baumkirchen bei dem Gasthof zurück, in dem er sich eingemietet hatte. Einen Tag später erhielt die Frau des 47-Jährigen, die zu diesem Zeitpunkt nicht in Tirol war, eine mysteriöse SMS von ihrem Mann, deren Echtheit sie anzweifelte. Sie erstattete eine Vermisstenanzeige.

Wagen durchsucht

Am 17. Februar erschienen schließlich ein Mann und eine Frau in dem Gasthof in Baumkirchen und wollten den Zimmerschlüssel des Italieners zurückgeben. Zudem sollte eine Abschleppfirma den Wagen des 42-Jährigen wegen eines angeblichen Defekts verladen und zurück nach Italien bringen. Die Polizei verhinderte dies jedoch und fand bei einer anschließenden Durchsuchung des Wagens die Leiche des 47-Jährigen im Kofferraum. Der Italiener ging wenige Tage nach der Tat bei dem Versuch, mit einer Fähre nach Tunesien auszureisen, in Marseille den französischen Behörden ins Netz. (APA, 2.3.2018)

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