Android Go: Die günstigen Android-Handys kommen

    3. März 2018, 09:42
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    Nokia, ZTE, Alcatel – mehrere Hersteller zeigten erste Geräte für unter 100 Euro am Mobile World Congress

    Wer ein Einsteiger-Smartphone möchte, das einigermaßen zufriedenstellende Features und brauchbare Performance bietet, muss in der Regel zumindest 150 Euro ausgeben. In niedrigeren Preisbereichen findet man oft veraltete Android-Versionen und schlecht optimierte Firmware vor, die nur stockend am jeweiligen Gerät läuft.

    Doch das soll sich ändern. Mit der "Android Go"-Initiative verspricht Google, die Herstellung sehr günstiger Handys zu ermöglichen, die trotzdem alle Basics gut abdecken sollen. Gedacht ist diese Initiative primär für Schwellenländer, wo viele Menschen noch Featurephones verwenden und ein niedriger Preispunkt doppelt wichtig ist. Einige Hersteller hatten am Mobile World Congress Mobiltelefone mit Android Go am Start. Engadget hat sich umgesehen.

    Optimiertes System für schwache Hardware

    Zu den Herstellern, die ihre Go-Phones mitgebracht haben, zählen etwa Micromax und Lava aus Indien. Aber auch "westliche" Marken setzen auf die entschlackte Version von Android, die weniger Gerätespeicher benötigt, mit weniger als einem GB Arbeitsspeicher gut auskommen kann, auf schwachen Prozessoren flott laufen und außerdem auch den Datenverbrauch minimieren soll. Um Letzteres zu ermöglichen, hat Google sogar eigene Varianten von Apps wie Maps oder Youtube umgesetzt.

    foto: alcatel

    Alcatel 1X

    Da wäre etwa das Alcatel 1X. Das Handy, das künftig für 99 Euro im Handel landen soll, bringt ein Display im zuletzt immer populärer werdenden 18:9-Format und relativ schmale Kanten ober- und unterhalb des Displays mit. Die Auflösung benennt Alcatel mit "VGA+", sie ist laut dem Autor nicht "das Schärfste", was er je gesehen hat – was bei dem Preispunkt aber nicht überrascht.

    Das Handy nutzt eine von Alcatel etwas angepasste Oberfläche und kommt mit einigen vorinstallierten Herstellerapps. Dennoch läuft es flüssig, bis man viele Apps gleichzeitig offen hat und dauernd zwischen ihnen wechselt. Das Unternehmen betont diesbezüglich, dass die Firmware noch nicht finalisiert sei.

    foto: nokia

    Nokia 1

    Explizit Lob für sein farbstarkes, scharfes Display bekommt das Nokia 1, das erste Go-Handy des finnischen Herstellers HMD Global. Mit einem Mediatek-Prozessor und einem GB RAM ist auch hier die Kern-Hardware nicht all zu mächtig. Dennoch lief das Gerät flüssig und ließ sich auch nicht, so wie Alcatels 1X, außer Tritt bringen.

    Das Handy ist überraschenderweise mit dem Google Assistant bestückt. Überraschend deswegen, weil Google ursprünglich zumindest 1,5 GB RAM als Mindestanforderung genannt hatte. Einen Unterschied gibt es aber: Er lässt sich nicht mit dem Sprachbefehl "Okay, Google" aktivieren, sondern nur per Knopfdruck. Das Nokia 1 geht im April für 99 Euro an den Start.

    Google: 50-Dollar-Smartphone möglich

    Und das dürfte noch nicht die untere Preislatte gewesen sein. Das ZTE Temp Go etwa soll für 80 Dollar (umgerechnet etwa 65 Euro) angeboten werden. Google erklärte sogar, dass man auch Smartphones für weniger als 50 Dollar sehen könnte. Ob die Billig-Androiden im Alltag letztlich halten, was sie versprechen, werden ausführliche Tests zeigen müssen. (red, 03.03.2018)

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