Bertelsmann fährt 2017 rund eine Milliarde Gewinn ein

    2. März 2018, 10:12
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    Digitalgeschäft kurbelte das Wachstum an – Konzernchef Rabe ist mit abgelaufenem Geschäftsjahr 2017 zufrieden

    Gütersloh/Frankfurt – Für den deutschen Medienkonzern Bertelsmann sind die Digitalgeschäfte inzwischen zu einer wichtigen Stütze geworden. "Sie tragen unser Wachstum", sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). Daher seien sie sehr wichtig für die Strategie des Konzerns.

    "Sie tragen rund fünf Milliarden Euro zum Umsatz bei. Das wollen wir in den nächsten Jahren Richtung sieben Milliarden Euro ausbauen." In allen Bereichen des Medienriesen, sei es beim Fernsehsender RTL, beim Verlag Gruner+Jahr oder im Bildungsgeschäft, gewinne das Digitalgeschäft an Bedeutung.

    20 Milliarden Euro Umsatz als Ziel frü 2020

    Mit dem vergangenen Jahr zeigte sich der Manager zufrieden: "2017 war ein richtig gutes Jahr für Bertelsmann." Der Umsatz sei im vorigen Jahr bei gut 17 Mrd. Euro gelegen, das operative Ergebnis sei auf einen neuen Höchstwert gestiegen und der Gewinn liege bei mehr als 1 Mrd. Euro. Damit sei der Konzern auf gutem Wege, seine für 2020 gesteckten Ziele von 20 Mrd. Euro Umsatz, einem operativem Ergebnis von 3 Mrd. Euro und einem Gewinn von mehr als 1 Milliarde Euro zu erreichen.

    Für den geplanten Verkauf des Kundenbetreuungsgeschäfts und der Call Center der Tochter Arvato hofft Rabe auf eine Lösung im Herbst. "Das Geschäft ist für verschiedene Investoren interessant. Wir wollen im Mai auf Investoren und mögliche Partner zugehen."

    US-Konzerne seien im Vorteil

    Der Bertelsmann-Chef prangerte zudem die seiner Meinung nach herrschende Benachteiligung europäischer Unternehmen im Wettbewerb mit den US-Techkonzernen an. "Das Problem, das wir haben, ist, dass es zwischen den Tech-Plattformen und den Medienunternehmen keine Wettbewerbsgleichheit gibt". Fernsehsender unterlägen zum Beispiel viel strengeren Vorgaben als Online-Videoplattformen. "So können YouTube und Co. weitgehend selbst entscheiden, wie viel Werbung sie anbieten", sagte Rabe. Wettbewerbsnachteile gebe es aber auch bei der Besteuerung. (APA, Reuters, 2.3.2018)

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