Schwaches Wasserkraftgeschäft setzt Andritz zu

2. März 2018, 08:26
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Anlagenbauer machte erwartungsgemäß etwas weniger Gewinn als im Vorjahr

Wien/Graz – Der steirische Anlagenbauer Andritz hat 2017 wie erwartet etwas weniger Umsatz und Gewinn gemacht. Vor allem die Wasserkraft-Sparte (Hydro) und das Automotiv-Geschäft der Tochter Schuler stehen unter Druck. Hydro erhält wegen der niedrigen Stromgroßhandelspreise weniger Neuaufträge von den Energieversorgern, Schuler soll nun seinen Non-Automotive-Anteil erhöhen.

Das Andritz-Nettoergebnis sank voriges Jahr um 4,2 Prozent auf 263 Mio. Euro, der Umsatz um 2,5 Prozent auf 5,889 Mrd. Euro. Operativ wurde das EBIT um 3,5 Prozent auf 399 Mio. Euro gesteigert. Die Dividende soll auf 1,55 (1,50) Euro je Aktie angehoben werden. Hydro und Schuler seien unter den Erwartungen geblieben, heißt es.

foto: apa/andritz

Der Auftragsstand lag zu Jahresende mit 6,383 Mrd. Euro um 6,0 Prozent tiefer als Ende 2016, beim Auftragseingang gab es mit 5,580 Mrd. Euro dagegen ein leichtes Plus von 0,2 Prozent, wie das börsennotierte Unternehmen am Freitag erklärte. Für 2018 ist Andritz-Chef Wolfgang Leitner "insgesamt positiv" gestimmt. Er erwartet aus heutiger Sicht einen stabilen Umsatz und eine solide Profitabilität.

Moderate Investitionsaktivität

Vor allem im Geschäftsbereich Hydro verzeichnete Andritz 2017 einen Umsatzrückgang – von 9,7 Prozent -, der in den rückläufigen Bestellungen der Vorjahre begründet sei. Durch die Energiewende werde weniger in Kraftwerke investiert, hatte Leitner erst kürzlich in einem Interview kritisiert. Die Investitionsaktivität seitens der Wasserkraftproduzenten, vor allem was Modernisierungen betrifft, sei weiter nur sehr moderat, heißt es jetzt im Geschäftsbericht.

Auch bei den Auftragseingängen im Vorjahr war der Sektor Hydro stark rückläufig, während die Geschäftsbereiche Pulp & Paper, Metals (wo auch Schuler dazugehört) und Separation bei den Neubestellungen zulegen konnten. Bei Hydro sank der Umsatz von 1,75 auf 1,54 Mrd. Euro, der Auftragseingang von 1,50 auf 1,32 Mrd. Euro, der Auftragsstand von 3,27 auf 2,92 Mrd. Euro und das EBITDA von 167 auf 154 Mio. Euro.

Entwicklung "unbefriedigend"

Die Geschäftsbereiche Hydro und Schuler hätten ihre Budgetziele deutlich verfehlt. Bei Schuler sei die Entwicklung des Auftragseingangs, v.a. im Bereich Automotive, "unbefriedigend". Hier zeige sich ganz deutlich die immer noch zu starke Abhängigkeit von den deutschen Automobilherstellern, die 2017 nur in sehr eingeschränktem Ausmaß in neue Pressenlinien investiert hätten. "Unser Ziel ist es, im Bereich Automotive das Geschäftsvolumen im mittleren und unteren Preissegment auszubauen und den Bereich Non-Automotive, der derzeit rund 20 Prozent des Schuler-Umsatzes ausmacht, in den nächsten Jahren deutlich zu vergrößern", erklärt Andritz.

Das Andritz-EBITA erhöhte sich 2017 trotz Umsatzrückgangs geringfügig um 0,4 Prozent auf 444 Mio. Euro. Das sei auf einen einmaligen Nettosondereffekt von 25 Mio. Euro aus dem Verkauf des Schuler-Technikzentrums in Tianjin (China) zurückzuführen, wie schon zum Halbjahr berichtet. Das EBITDA blieb mit 542 Mio. Euro (-0,1 Prozent) praktisch unverändert. Die EBITA-Marge verbesserte sich auf 7,5 (7,3) Prozent, die EBITDA-Marge auf 9,2 (9,0) Prozent. Der betriebliche Cash-flow blieb mit 247 Mio. Euro um ein Drittel hinter jenem von 2016 zurück. Investiert wurden 117 Mio. Euro (-2,3 Prozent).

Der Mitarbeiterstand des Konzerns stieg per Ultimo (ohne Lehrlinge) auf 25.566 (25.162), ein Plus von 1,6 Prozent. 7.2 (APA, 2.3.2018)

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