Fessenheims Ortschef will Pannenreaktor länger laufen lassen

2. März 2018, 05:57
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Brender fürchtet um lokale Wirtschaft – 1.100 Menschen arbeiten in dem AKW, das Ende 2018 oder Anfang 2019 vom Netz gehen soll

Fessenheim – Der Bürgermeister des elsässischen Dorfs Fessenheim, Claude Brender, plädiert für eine längere Laufzeit des dortigen Atomkraftwerks. "Die Reaktoren bis 2021 beziehungsweise bis 2023 weiter laufen lassen – das wäre logischer", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Fessenheim gilt wegen zahlreicher Störfälle als Pannenreaktor und sollte Ende 2018 oder Anfang 2019 vom Netz gehen.

Das Datum hatte der Kraftwerksbetreiber EDF zuletzt bestätigt. Das älteste noch laufende Atomkraftwerk Frankreichs gilt Kritikern als Sicherheitsrisiko. In Deutschland wird schon seit Jahrzehnten seine Abschaltung gefordert.

Bürgermeister: AKW "sicher"

Die Meiler verfügten noch bis 2021 und 2023 über Betriebserlaubnisse der Atomaufsichtsbehörde ASN, argumentierte Brender. Außerdem sei das Kernkraftwerk rentabel und sicher. Er befürchtet infolge der Schließung einen Verlust von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. In dem Kraftwerk arbeiten seinen Angaben zufolge rund 1100 Menschen – dazu kommen noch einmal so viele in Zulieferbetrieben.

Für die Zukunft Fessenheims ist ein deutsch-französischer Industriepark im Gespräch. Aus Deutschland kamen bereits Signale der Unterstützung. (APA, 2.3.2018)

  • Der Widerstand gegen Fessenheim wächst, doch der Bürgermeister will das AKW noch nicht schließen.
    foto: apa/afp/sebastien bozon

    Der Widerstand gegen Fessenheim wächst, doch der Bürgermeister will das AKW noch nicht schließen.

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