Frauenfilmtage: Casting für stärkere Rollenbilder

    Video2. März 2018, 10:00
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    Die Frauenfilmtage im Wiener Stadtkino im Künstlerhaus bieten neben einem Schwerpunkt zu lateinamerikanischen Filmemacherinnen auch ein vielfältiges Rahmenprogramm

    Wien – Der mexikanische Auftaktsfilm zu den Frauenfilmtagen 2018, The Eternal Feminine / Los Adioses, wird das einwöchige Programm kommenden Donnerstag, am Internationalen Frauentag, auch zum Abschluss bringen. In der Zwischenzeit: Klappe auf für teils mehrfach preisgekrönte Filme mit Schwerpunkt auf lateinamerikanische Filmemacherinnen und ein vielfältiges Rahmenprogramm.

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    The Eternal Feminine porträtiert die mexikanische Schriftstellerin Rosario Castellanos (z. B. Balún Canán) in ihrem Kampf um Selbstbestimmung und Gleichberechtigung.

    Warum der Fokus auf Lateinamerika? Festivalleiterin Gabi Frimberger begründet die Wahl so: "Es gibt dort eine sehr aktive und erfolgreiche Riege neuer junger Regisseurinnen, die mit einer großen Bandbreite von Themen ihre Lebenswelten einfangen. Ihre Erfolge auf internationalen Festivals zeigen, dass sich hier eine starke neue Generation bildet." Alle Filme in dieser Kategorie werden in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt.

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    Die Frauenfilmtage finden dieses Jahr erstmals im Stadtkino im Künstlerhaus statt: Zu sehen sind unter anderem auch der viel gelobte Alanis von Anahí Berneris, ein Film über das Leben einer Sexarbeiterin (Sofía Gala Castiglione) in Buenos Aires, Ruth Beckermanns experimenteller Spielfilm Die Geträumten über die Liebesbeziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan oder Barbara Alberts Licht.

    Eine besonders originelle Idee ist es, die Personale des Frauenfilmfestivals einer Casterin zu widmen, einem in dieser Form und Ausführlichkeit selten beachteten Arbeitsgebiet: Die Österreicherin Lisa Oláh hat für Filme wie Markus Schleinzers Michael, das Schweizer Jugenddrama Chrieg oder auch Die Geträumten gearbeitet.

    Feministische Pionierin

    Das "Tribute" beschäftigt sich mit Ula Stöckl, die mit Neun Leben hat die Katze 1968 den ersten feministischen Film der BRD realisiert hat, einen Essay, in dem zwei Freundinnen die Möglichkeiten für Emanzipation erkunden.

    Als Sonderprogramm werden ein Symposium zur Filmkritik aus feministischer Sicht (6. 3., Café Museum) und ein Screening über Hanne Darboven (15. 3., Das weiße Haus), die sich in ihrer Konzeptkunst unter anderem mit Zahlenabläufen beschäftigt hat, stattfinden. (Hannah Mühlparzer, 1.3.2018)

    Frauenfilmtage, bis 8. März im Stadtkino im Künstlerhaus.

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