FH Oberösterreich bekommt drei neue Josef-Ressel-Zentren

28. Februar 2018, 08:00
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Förderung der Kooperation von Fachhochschulen und Unternehmen in anwendungsorientierter Forschung

Wels/Hagenberg/Linz – Gleich drei neue Josef-Ressel-Zentren (JRZ) werden diese Woche an der Fachhochschule (FH) Oberösterreich eröffnet. Am Campus Wels starteten am Dienstag zwei Zentren für thermografische zerstörungsfreie Prüfung von Verbundwerkstoffen und für innovative Mehrkörperdynamik. Am Freitag folgt die Eröffnung eines JRZ für Symbolische Regression in Hagenberg. Geforscht wird jeweils gemeinsam mit Firmen.

In JRZ fördert die Christian-Doppler-Gesellschaft (CDG) über mehrere Jahre die Kooperation von Fachhochschulen und Unternehmen in der anwendungsorientierten Forschung. Vorbild waren die Christian-Doppler-Labors, wo Universitäten mit Unternehmen zusammenarbeiten.

Am JRZ für thermografische zerstörungsfreie Prüfung von Verbundwerkstoffen steht die Methode der aktiven Thermografie im Mittelpunkt. "Sie besitzt das Potenzial, Fehlstellen in Bauteilen frühzeitig und effizient zu detektieren und so schwerwiegende Schädigungen zu vermeiden", erklärte Zentrumsleiter Günther Mayr in einer Aussendung. Eine solche Qualitätssicherung spielt für den technischen Fortschritt im Leichtbau, vor allem für die Luftfahrt- und Automobilindustrie, eine zunehmend wichtige Rolle. Das Zentrum verfügt über ein Budget von zwei Millionen Euro für fünf Jahre. Die Hälfte davon kommt von der öffentlichen Hand, die andere von den Industriepartnern FACC, Engel Austria und Ottronic Regeltechnik.

Bewegungen von Mehrkörpersystemen

Das von Wolfgang Steiner geleitete JRZ für innovative Mehrkörperdynamik beschäftigt sich mit der Bewegungssimulation von mechanischen Systemen, die aus mehreren starren oder flexiblen Teilen bestehen, etwa Fahrzeuge, Roboter oder Produktionsanlagen. Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, um solche Systeme mathematisch zu modellieren und optimal zu steuern. Bereits in den vergangenen Jahren haben die Forscher des Zentrums eine freie Software entwickelt, mit der die Bewegungen von Mehrkörpersystemen und die dabei auftretenden Kräfte simuliert werden können. Mit dieser Software soll nun am JRZ ein Rennwagen in seiner Gesamtheit – von Reifen über Antriebsstrang, Radaufhängung und Karosserie – modelliert und in der Folge seine Fahrzeit auf einer Rennstrecke optimiert werden. Das Zentrum verfügt über ein Budget von einer Million Euro für fünf Jahre, die Hälfte davon kommt vom Unternehmenspartner KTM.

Am Freitag wird am Campus Hagenberg das JRZ für Symbolische Regression eröffnet. Unter der Leitung von Gabriel Kronberger wollen die Forscher gemeinsam mit den Unternehmenspartnern AVL List und Miba Frictec an neuen Algorithmen und Methoden für empirische und semiphysikalische Modellierung arbeiten. Solche Methoden werden zum Beispiel in der Entwicklung, Optimierung und Steuerung von Antriebssträngen angewendet. (APA, 28.2.2018)

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