Burschenschaft Bruna Sudetia teilte SS-Liedzeile auf Facebook

24. Februar 2018, 10:33
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Fanpage wurde laut "profil" nach der Liederbuch-Affäre gelöscht – Burschenschaft weist Vorwürfe zurück

Wien – Die Wiener Burschenschaft Bruna Sudetia soll auf ihrer Facebook-Seite auch einschlägige Postings geteilt und unmittelbar nach Bekanntwerden der jüngsten Liederbuchaffäre gelöscht haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe.

Demnach wurde etwa die erste Zeile des Treuelieds der nationalsozialistischen "Schutzstaffel" (SS) von der "Brunen"-Page geteilt: "Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu." 2014 und 2015 besuchten die "Brunen" Demos der fremdenfeindlichen Pegida im ostdeutschen Dresden. Auf einem Foto posiert Obmann Herwig Götschober vor einer Deutschland-Flagge, so das Nachrichtenmagazin. Die Bruna Sudetia beschrieb ihr Selbstverständnis auf einer früheren Version ihrer Website folgendermaßen: "Der Brune tritt jederzeit für die Einigkeit und Freiheit Gesamt-Deutschlands ein."

Die Burschenschaft steht im Verdacht, durch den angeblichen Besitz eines Liederbuchs mit antisemitischen und den Holocaust verherrlichenden Texten gegen das Verbotsgesetz verstoßen zu haben. "Bruna"-Vorsitzender Götschober ließ sich deshalb vorerst als Pressereferent im Büro von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) beurlauben. Zugleich betonte Götschober, dass die Burschenschaft jegliches antisemitisches oder rassistisches Material zutiefst ablehne.

Die Burschenschaft hat am Samstag die Vorwürfe zurückgewiesen, wonach man einen SS-Text auf Facebook geteilt habe. In dem zitierten Facebook-Beitrag handle es sich vielmehr um die Zeile eines Volksliedes aus dem Jahr 1814, gedichtet von Max von Schenkendorf, hieß es in einer Aussendung der Burschenschaft. Die benutzte Textpassage aus diesem über 200 Jahre alten Lied werde von katholischen Verbindungen in Österreich aus dem ÖCV und MKV genauso verwendet wie von Burschenschaften, Corps, Landsmannschaften und so weiter, erklärte "Bruna"-Vereinsobmann Herwig Götschober. (APA, 24.2.2018)

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