Militär macht in Myanmar muslimische Dörfer dem Erdboden gleich

    23. Februar 2018, 11:56
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    Human Rights Watch zieht Satellitenbilder als Beweis für das Ausmaß der Zerstörung heran

    Yangon – In Myanmar hat das Militär laut Berichten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mehrere Dutzend muslimische Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. HRW stütze sich dabei auf Bilder, die von Satelliten aus aufgenommen wurden. Aus Angst vor Verfolgung sind annähernd 700.000 muslimische Rohingya aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

    Satellitenbilder zeigen die Zerstörung des Dorfes Myin Hlut, 25 Kilometer südöstlich von Maungdaw in Myanmar.
    Um die Aufnahmen zu vergleichen, die weiße Trennlinie in der Mitte des Bildes nach links oder rechts verschieben. (Digital Globe via AP)
    Das Dorf Myar Zin am 2. Dezember 2017 und am 5. Februar 2018. (Digital Globe via AP)

    Dem am Freitag veröffentlichten Bericht zufolge wurden seit Ende vergangenen Jahres im Bundesstaat Rakhine durch das Militär mindestens 55 Rohingya-Dörfer zerstört. Auf diese Weise wäre eine Rückkehr der Flüchtlinge praktisch unmöglich. Zudem vermutet HRW, dass Beweise für Misshandlungen vernichtet werden sollten. Der Asien-Direktor von HRW, Brad Adams, sagte: "Wer diese Gebiete dem Erdboden gleichmacht, löscht die Erinnerung aus."

    Aufnahmen vom 2. Dezember und vom 19. Februar zeigen das Dorf Thit Tone Nar Gwa Son in Myanmar. (Digital Globe via AP)
    Satellitenbilder vom 20. Dezember 2017 versus Aufnahmen vom 13. Februar 2018 in der Provinz Rakhine. (Digital Globe via AP)

    Die Vereinten Nationen bezeichnen das Vorgehen des Militärs, das in Myanmar zusammen mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an der Regierung ist, als "ethnische Säuberung". Nach einer Vereinbarung zwischen Myanmar und Bangladesch hätte eigentlich schon vor mehr als einem Monat die Rückkehr von Flüchtlingen beginnen sollen. Tatsächlich harren in Bangladesch aber immer noch Hunderttausende unter katastrophalen Bedingungen in Flüchtlingslagern aus. (APA, stb, 23.2.2018)

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