Kurdenmiliz überlässt Assad-Truppen Aleppo

    22. Februar 2018, 22:05
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    YPG-Kämpfer sind aus der Stadt abgezogen. Die UNO-Sicherheitsratssitzung endete unterdessen ohne Ergebnis

    Beirut – Die Kämpfer der syrischen Kurden-Miliz YPG in Aleppo sind nach Angaben ihres Kommandeurs nach Afrin abgezogen, um bei der Abwehr des türkischen Vorstoßes zu helfen. "Als Folge davon ist die Kontrolle über die östlichen Bezirke von Aleppo an das syrische Regime gegangen", hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung von Furat Chalil an die Nachrichtenagentur Reuters.

    YPG-Sprecher Noun Mahmoud hatte zuvor das syrische Militär aufgefordert, ebenfalls in Afrin in Stellung zu gehen: "Die syrische Armee muss ihre Pflicht erfüllen ... Syriens Grenzen zu schützen" Die Regierung in Damaskus hat zwar verbündete Milizen entsendet, jedoch keine regulären Truppen. Dies hätte die Gefahr einer direkten Konfrontation mit der türkischen Armee erhöht.

    Zwar hat Syriens Präsident Bashar al-Assad angekündigt, das ganze Land wieder unter die Kontrolle seiner Regierung bringen zu wollen. Diese hat allerdings bislang die kurdische Kontrolle unter anderem über Teile von Aleppo geduldet.

    Die Türkei geht seit Jänner auf syrischem Boden gegen die YPG vor, die sie als verlängerten Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Sie war dabei ohne die Zustimmung der Regierung in Damaskus ins Nachbarland eingerückt.

    Sicherheitsrat konnte sich nicht einigen

    Eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zum Syrien-Konflikt ist am Donnerstag in New York ohne Abstimmung über eine Resolution zu einer Waffenruhe zu Ende gegangen. Schweden und Kuwait hatten im Vorfeld einen Resolutionsentwurf in Umlauf gebracht, der eine 30 Tage lange Feuerpause sowie Zugang für humanitäre Helfer vorsieht. Die USA hatten ihre Zustimmung signalisiert.

    Russland machte allerdings während der Sitzung deutlich, dass es dem Entwurf in dieser Form nicht zustimmen werde und brachte einige Änderungsvorschläge in Umlauf, deren Inhalt zunächst nicht im Detail bekannt war. Als ständiges Mitglied des Sicherheitsrats kann Russland mit einem Veto jede Resolution zu Fall bringen.

    Eine Abstimmung noch am Donnerstag über das Papier – in welcher Form auch immer – galt als extrem unwahrscheinlich. Diplomaten zufolge könnte nach weiteren Beratungen möglicherweise am Freitag abgestimmt werden. (red, Reuters, APA 22.2.2018)

    • Afrin, 22.2.2018: Demonstranten begrüssen Assad-treue Kämpfer
      foto: apa/afp/ahmad shafie bilal

      Afrin, 22.2.2018: Demonstranten begrüssen Assad-treue Kämpfer

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