Burschenschaft Germania: Ermittlungen zu NS-Liederbuch weiter im Gang

    22. Februar 2018, 11:29
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    Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt befragt Mitglieder und wartet auf Gutachten bezüglich der geschwärzten Texte

    Wiener Neustadt – Bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt sind die Ermittlungen in der Causa NS-Liederbuch der Burschenschaft Germania nach wie vor im Gang, sagte Sprecher Erich Habitzl am Donnerstag. Erste Einvernahmen hat es ja bereits gegeben, geplant sei die Befragung aller Mitglieder, die vom Landesamt für Verfassungsschutz erhoben werden. Zudem warte die Anklagebehörde auf ein Gutachten des Bundeskriminalamtes bezüglich des Zeitpunkts der Schwärzungen der inkriminierten Texte, sagte Habitzl.

    Im Zuge einer Hausdurchsuchung bei der Germania waren Liederbücher mit teilweise geschwärzten Passagen sichergestellt worden. Ermittelt wird gegen vier Verdächtige, die für das 1997 neu aufgelegte Liederbuch mit NS-verherrlichenden Inhalten verantwortlich zeichneten.

    Konsequenz der vom "Falter" aufgedeckten Affäre, die im Finale des niederösterreichischen Landtagswahlkampfs im Jänner hohe Wellen schlug, war der Rücktritt des FPÖ-Spitzenkandidaten von seinen politischen Ämtern im Land und in der Stadt. Bereits zuvor hatte Udo Landbauer seine Mitgliedschaft in der Pennäler-Burschenschaft zurückgelegt und bekräftigte mehrmals, mit antisemitischem und nationalsozialistischem Gedankengut nichts am Hut zu haben. Er wurde bereits von der Staatsanwaltschaft als Zeuge befragt. Mit dem Wiener Landtagsabgeordneten Stefan Berger verließ ein weiterer FPÖ-Politiker die Burschenschaft. Er bezeichnete die Liedtexte, die er – ebenfalls – nicht gekannt habe, als "widerlich und verurteilenswert". In der Folge wurde bekannt, dass der als einer der Verdächtigen geführte damalige Buch-Illustrator SPÖ-Mitglied war – sein Parteiausschluss erfolgte umgehend. (APA, 22.02.2018)

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