Was Berufseinsteigern Sorge bereitet

    21. Februar 2018, 13:57
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    Eine neue Studie besagt, dass sich Berufseinsteiger und Personen, die kurz vor dem Berufsleben stehen, am meisten Sorgen über ihre Pension machen

    Eine Renaissance des Biedermeier beschreiben Experten schon seit ein paar Jahren. Gemeint ist damit, dass sich durch die Digitalisierung und die Herausforderungen der Globalisierung junge Personen wieder stärker ins Private zurückziehen, die Gemütlichkeit zu Hause schätzen. Eine Generation voller Sorgen angesichts ihrer Zukunft, eine Generation, die, schon bevor sie ins Arbeitsleben eintritt, an die Pension denkt? Dieses Bild zeichnet zumindest die am Mittwoch veröffentlichte Studie des Versicherungsunternehmens Helvetia Österreich.

    Für diese hat das Marktforschungsinstitut Meinungsraum.at über 500 für die österreichische Bevölkerung repräsentative Berufseinsteiger und Personen, die kurz vor dem Einstieg ins Berufsleben stehen, im Alter zwischen 16 und 35 Jahren interviewt. Das zentrale Ergebnis: 66 Prozent der österreichischen Berufseinsteiger gehen davon aus, für ihren Lebensabend nicht ausreichend finanziell abgesichert zu sein. Und ganze 86 Prozent wünschen sich nichts mehr als einen abgesicherten Lebensabend – also eine sorgenfreie Pension. Mehr als drei Viertel wollen sich ihre Hobbys finanzieren können oder ein Haus oder eine Eigentumswohnung haben. Im Gegensatz dazu ist Erfolg auf dem beruflichen Karriereweg nur für 63 Prozent ein wichtiges Ziel im Leben. 59 Prozent erachten Reisen als wichtig.

    Hier gebe es zumindest Unterschiede zwischen den Generationen, schreiben die Studienautoren. Reisen, eine steile berufliche Karriere und die eigenen Hobbys sind den 16- bis 20-Jährigen deutlich wichtiger als den 21- bis 35-Jährigen.

    Geringe Sorgen über Arbeitsplatzverlust

    Da ist es nicht überraschend, dass sich lediglich 35 Prozent der befragten Personen Sorgen um ihren Arbeitsplatz und 37 Prozent Gedanken über ihre Ausbildungskosten machen. Der häufigste genannte Grund, der den Befragten Sorgen bereitet, ist die wirtschaftliche Entwicklung (42 Prozent) und die Bedrohung der eigenen Lebenssituation, also beispielsweise einen Unfall zu haben (40 Prozent). Am entspanntesten sind die 16- bis 20-Jährigen, so die Studie: Sie machen sich zwar mehr Sorgen über die Ausbildungskosten als die befragten 21- bis 35-Jährigen, ansonsten sind sie allerdings sorgloser als die ältere Gruppe.

    Mehr Sorgen machen sich hingegen naheliegenderweise junge Eltern. Diese beschäftigt deutlich häufiger als die anderen Referenzgruppen, wie sie sich in Zukunft ihre Familie leisten können, die eigene Gesundheitsversorgung, die Pflege ihrer eigenen Eltern, die Pensionsabsicherung, der Arbeitsplatzverlust und Gewaltverbrechen und Internetkriminalität.

    Bei all den – auch berechtigten – Sorgen ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass die Versicherungsunternehmen darin auch ein Geschäftsfeld sehen. (set, 21.02.2018)

    • 66 Prozent der österreichischen Berufseinsteiger gehen davon aus, für ihren Lebensabend nicht ausreichend finanziell abgesichert zu sein, ergab eine neue Studie des Versicherungsunternehmens Helvetia.
      foto: istock

      66 Prozent der österreichischen Berufseinsteiger gehen davon aus, für ihren Lebensabend nicht ausreichend finanziell abgesichert zu sein, ergab eine neue Studie des Versicherungsunternehmens Helvetia.

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